Der erste Sammel-Landkreis in ganz Deutschland

Foto: Auf dem Parkplatz des Wenden-Centers in Wendelstein steht der erste Sammelautomat im Kreis Roth außerhalb der ILE-Kommunen. Hubert Zenk, Heiko Lesch (von links), Landrat Herbert Eckstein (rechts) und Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans freuen sich über die Ausweitung der Aktion. | Foto: Luff

Thalmässinger Firma Lesch rüstet alle 16 Kommunen im Landkreis Roth mit Altfett-Automaten aus

Quelle: Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier

Thalmässing/Wendelstein – Am Thalmässinger Wesen soll die Umwelt genesen. Nein, das ist wohl ein wenig übertrieben. Aber dass die Altfett-Sammelaktion, die das Thalmässinger Recycling-Unternehmen Lesch ins Leben gerufen hat, dabei hilft, klimaschädliches CO2 einzusparen, ist unbestritten. Was in den Städten Greding, Heideck und Hilpoltstein sowie den Gemeinden Allersberg und Thalmässing seit Jahren erprobt ist – das Sammeln von Altfett in Privathaushalten -, kommt jetzt auch im Rest des Landkreises an. Den Anfang macht Wendelstein.

“Durch die fünf Erprobungsgemeinden war es für alle leichter”, sagt Landrat Herbert Eckstein (SPD) bei der Inbetriebnahme des ersten Sammelautomaten ausgerechnet in seiner Heimatkommune. Nach ein paar Diskussionen ließen sich die Kreisräte letztlich überzeugen. 250000 Euro investiere der Kreis über drei Jahre, so Eckstein. Bei Müllgebühren in Höhe von zwölf Millionen falle das kaum ins Gewicht, außerdem “muss man das unter dem Gesichtspunkt der Abfallvermeidung sehen”. Hinzu kommt, dass beispielsweise der Ruppmannsburger für seine Abfallbeseitigung ohnehin nur die Hälfte dessen bezahlt, was einen Steinwurf entfernt der Haushalt in Wengen löhnen muss – der Kreis Weißenburg-Gunzenhausen entsorgt seinen Müll weitaus teurer.

Zahl der Automaten wird verdreifacht

Statt der bislang 9 Sammelcontainer in den südlichen Gemeinden – inklusive einem am Landratsamt – stehen nun bald 27 im Landkreis. “Bis Mitte Dezember” sei es so weit, prognostiziert der Geschäftsführer von “Jeder Tropfen zählt”, Hubert Zenk. Die Firma ist mittlerweile ein eigenständiges Un-ternehmen unter dem Dach der Altfett-Recyclingfirma von Heiko Lesch. 

Werner Langhans (CSU), der Bürgermeister von Wendelstein, lässt sich von Zenk derweil haarklein den Automaten erklären. 200 Behälter in einer Größe von 1,2 Litern enthalte der, so Zenk. Die nächste Generation werde schon keine Batterie mehr haben, die Technik werde dann mittels eines Solarpaneels mit Strom gespeist. Der kleine Behälter enthalte mittlerweile 20 Prozent schon recyceltes Plastik, sagt Zenk, Nachhaltigkeit werde großgeschrieben. “Wir lernen immer noch dazu.”

Mit jedem Automaten, der an einem gut frequentierten Platz – etwa bei einem Supermarkt – aufgestellt wird, werde auch ein Automatenpate gesucht so Zenk. Tritt einmal eine Störung auf, beispielsweise weil jemand einen unpassenden Behälter hineingestopft hat, bekomme er eine elektronische Meldung und könne dann den Paten informieren. Auch wenn der Automat zu 80 Prozent voll ist, wird die Firma elektronisch benachrichtigt. Bald darauf macht sich ein Lesch-Lastwagen auf den Weg.

Zu Beginn verteilt die Thalmässinger Firma an jeden Haushalt einen der markanten grünen Behälter. Im Pilotprojekt, als sich die Bürger in Hilpoltstein ihren Behälter im Rathaus abholen sollten, habe man festgestellt, dass die Sammlung weitaus besser funktioniert, wenn man von Beginn an keinen Aufwand hat, erklärt Zenk. Weitere Behälter für denjenigen, der fleißig die Fritteuse anwirft und mehr Kapazität braucht, seien im Rathaus vorrätig, ergänzt Bürgermeister Langhans. 

Ziel ist die Sammlung von bis zu 700 Gramm pro Kopf

In den Pilotgemeinden zeichne sich ab, dass heuer 530 bis 550 Gramm Altfett pro Kopf gesammelt werden, so Zenk. Das entspricht ziemlich genau der Vorgabe, die er sich selbst gesetzt hat im dritten Jahr. Im Rest des Landkreises hofft er im ersten Jahr auf eine Menge von 350 Gramm pro Nase. Längerfristig betrachtet “sind 600 bis 700 Gramm die Zielrichtung”, sagt Zenk. “Wir sind da auf einem wirklich guten Weg.” Das sei auch das Ergebnis der Evaluation gewesen. Denn das Pilotprojekt wurde von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wissenschaftlich begleitet. “Wir haben eine sehr hohe Sammelquote”, freut sich Firmenchef Heiko Lesch. Nämlich bislang das Sechsfache des Sammelergebnisses per Wertstoffhof – dort kann Altfett bislang auch schon entsorgt werden. Doch tut dies kaum jemand.

Er hoffe, dass der Landkreis Roth nun ein Beispiel gebe, so Eckstein, der Umwelt helfe es, wenn die Firma Lesch auch andernorts Aufträge akquirieren könne. Davon zeigt sich Zenk überzeugt: “Unter Abfallwirtschaftlern wird ja auch gesprochen”, der Einstieg eines ganzen Landkreises habe “Strahlkraft”. Ohnehin gebe es mit Berching und Freystadt zwei einzelne Kommunen im Kreis Neumarkt, im Hohenlohekreis und im Kreis Forchheim sei man auch schon vertreten. Weitere Verhandlungen laufen. Geschäftsführer Zenk zeigt sich optimistisch: “Im nächsten Jahr werden wir 500000 Teilnehmer haben.

@umweltministerium_bayern: Upcycling 🌿

Quelle: https://www.instagram.com/p/CWngplGqDWW/

Das Nachhaltigkeitsprojekt „Jeder Tropfen zählt“ sammelt Speisefett und wandelt dieses dann in klimafreundlichen Bio-Kraftstoff um.

💬 Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat den neuen Standort im oberfränkischen Heroldsbach offiziell in Betrieb genommen: „Das Recycling von gebrauchtem Speisefett und Speiseöl trägt zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit bei. Jeder Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft ist gut.“ Mit der Sammlung von Speisefetten und -ölen sollen zudem die öffentlichen Kanal- und Abwassersysteme geschützt werden.

Als Anerkennung für das Engagement im Bereich Umweltschutz hat Glauber der Firma Lesch, Initiatorin von „Jeder Tropfen zählt“, die Teilnahmeurkunde für den Umwelt- und Klimapakt Bayern übergeben.

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Umweltminister Thorsten Glauber eröffnet Haushaltssammlung von genutzten Speiseölen und ‑fetten im Landkreis Forchheim

Bild: Benedikt Graf von Bentzel (1. Bürgermeister Heroldsbach) Stefan Rickert (Vorsitzender Raiffeisenbank Heroldsbach eG), Hubert Zenk (Jeder Tropfen Zählt GmbH), Heiko Lesch (Lesch Altfettentsorgung und –recycling GmbH & Co. KG), Thorsten Glauber (Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz)

Quelle: Der Neue Wiesentbote – Nachrichten für die Fränkische Schweiz

„Jeder Tropfen zählt“ – das Modellprojekt in Heroldsbach

Die Haushaltssammlung von genutzten Speisefetten und ‑ölen aus Privathaushalten startet in Heroldsbach im Landkreis Forchheim. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und der Heroldsbacher Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel haben heute dazu den Startschuss gegeben und dabei den Sammelautomaten am Bahnhof Heroldsbach offiziell in Betrieb genommen. Mit dabei waren auch die Initiatoren der Sammlung Hubert Zenk (Jeder Tropfen Zählt GmbH) und Heiko Lesch (Lesch Altfettentsorgung und-recycling GmbH & Co.KG).

Als Anerkennung für das Engagement im Bereich Umweltschutz hat Glauber der Firma Lesch, Initiatorin von „Jeder Tropfen zählt“, die Teilnahmeurkunde für den Umwelt- und Klimapakt Bayern übergeben. Glauber betonte bei der Urkunden-Übergabe: „Mit dem professionellen Recycling von gebrauchtem Speisefett und Speiseöl trägt die Lesch GmbH zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit bei. Jeder Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft ist gut. Ökonomie und Ökologie sind Partner: Ohne eine starke Wirtschaft gibt es keine Nachhaltigkeit. Und ohne Nachhaltigkeit ist auf Dauer kein wirtschaftlicher Erfolg mehr zu erzielen. Besonders der Klimaschutz ist ein echter Wachstumstreiber der Zukunft. Mit unseren Partnern im Umwelt- und Klimapakt wollen wir gemeinsam Vorbild sein und zeigen: Klimaschutz ist für die Wirtschaft ein Gewinnerthema.“ Die Lesch GmbH bringt sich mit ambitionierten Zielen in den neuen Umwelt- und Klimapakt Bayern ein: So wird durch die Verwendung von Mauerziegeln mit Füllung aus natürlichem Vulkangestein Energie eingespart oder durch die Nutzung einer Zisterne für 20.000 Liter Regenwasser die wertvolle Ressource Wasser geschont. Ladesäulen für Elektrofahrzeuge leisten einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität.

Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel stellt fest: „ Für unserer Kanalsystem wird die Sammelmöglichkeit von häuslichem Speisefett langfristig eine Verbesserung bringen, da das kalte Fett die Wasserrohre im Bereich der Hausanschlüsse aber auch in der Kanalisation leichter verstopfen lässt.

Ich gehe davon aus, dass unsere Bürger diese umweltfreundliche Alternative der Fett-Entsorgung vorziehen werden und wir eine hohe Akzeptanz in der Gemeinde für dieses Projekt erfahren werden.

Mit der Sammlung von Speisefetten und ‑ölen sollen u. a. die öffentlichen Kanal- und Abwassersysteme geschützt und ein wertvoller nachhaltiger Rohstoff zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genutzt werden. Aus den Altfetten und ‑ölen der Bürgerinnen und Bürger wird Biokraftstoff mit einer über 90 % besseren CO2-Bilanz als konventioneller Diesel hergestellt. Für das Projekt werden an jeden Haushalt in Heroldsbach ein 1,2 Liter fassender Sammelbehälter und ein Informationsflyer verteilt. Die Behälter sind ansprechend gestaltet, wertig und leicht handhabbar, hitzeresistent und haben eine Füllstandanzeige, sowie eine Beschriftung zur Handhabung und sind sogar mit Blindenschrift versehen. Die vollen Behälter können dann am dauerhaft zugänglichen Sammelautomaten kostenlos und direkt gegen leere Behälter ausgetauscht werden. Dadurch können die Haushalte leicht an dem Projekt teilnehmen und mit sammeln.

Wie entsorgt man Speiseöl möglichst umweltfreundlich?

Ein Experte erklärt im SZ-Magazin, wie sich Horror-Fettberge in der Kanalisation vermeiden lassen. Mit dabei: Jeder Tropfen zählt.

Quelle: Katarina Lukač, Süddeutsche Zeitung Magazin, https://sz-magazin.sueddeutsche.de/gruss-aus-der-kueche/speiseoel-frittier-fett-umweltfreundlich-entsorgen-abfall-tipps-90819

Tim Hermann ist Experte für Abfalltechnik beim Umweltbundesamt:

»Auf keinen Fall gehören Speiseöl-Reste in den Küchenabfluss oder die Toilette. Die Fette werden bei Kälte hart und können in den Abwasserkanälen zu Verstopfungen führen. Schlimmstenfalls entstehen dadurch regelrechte Fettberge, wie wir sie aus den Nachrichten kennen, zum Beispiel aus England. Am besten gibt man Reste von Speiseöl in eine PET-Plastikflasche, verschließt diese gut und gibt sie dann in den Restmüll. Ein Glasbehälter ist weniger geeignet, weil er im Restmüll leichter kaputt geht und die Mülltonne verschmutzen könnte. Es macht keinen großen Unterschied, ob man eine PET- oder eine Glasflasche nicht in den Recyclingkreislauf zurückführt.

Kleinere Mengen Öl, die sich zum Beispiel mit Küchenpapier aufsaugen lassen und keinen weiteren Behälter benötigen, können Sie in der Regel auch direkt in den Biomüll geben. Aus diesem Biomüll wird in Gemeinden mit Biogasanlage, darunter den größeren Städten, Biogas gewonnen, aus dem erneuerbarer Strom erzeugt werden kann. Da in Deutschland die Gemeinden je nach Verwertungsmöglichkeit darüber entscheiden, welche Abfälle in die Biotonne dürfen und welche nicht, informieren Sie sich am besten bei Ihrer örtlichen Abfallberatung über die jeweiligen Vorgaben. Einige Gemeinden – zum Beispiel im Rahmen von Initiativen wie »Jeder Tropfen zählt« und »Öli« in Bayern und Österreich – bieten auch für Privathaushalte eigene Sammelbehälter für gebrauchtes Speiseöl und Fett an, die kostenlos am Wertstoffhof oder an eigenen Sammelautomaten abgeholt und wieder abgegeben werden können.

Wenn es an ihrem Wertstoffhof kein getrenntes Entsorgungsangebot für Speiseöl gibt, lohnt sich für Privatleute der Weg dorthin eigens nicht. Aus Umweltsicht kann dann genauso der Restmüll zu Hause verwendet werden. Und falls jede Woche eine oder mehrere Flaschen altes Frittieröl zu entsorgen sind, sollte man sich fragen warum das so ist und ob sich daran etwas ändern lässt.«

Nachhaltige Abfallwirtschaft: Hausen als Vorreiter für Speisefett-Recycling?

Pauline Lindner, Nürnberger Nachrichten/Nordbayern.de

Bild: Bürgermeister Ruppert, Landrat Ulm und Hubert Zenk von „Jeder Tropfen zählt“ testen den Speisefett-Automaten.  © Pauline Lindner, NNZ

HAUSEN – Jedes Kilo Fett im Abwasser führt zu Mehrkosten von 70 Cent: Hausen hat sich deshalb des Themas Speisefett-Recycling angenommen und will als Vorreiter im Landkreis Öl- und Fettreste sammeln.

Flammkuchen mit Lachs schmeckt gut, aber wohin mit dem Ölrest, der noch dazu kräftig riecht. Vor diesem Dilemma steht man, gerade wenn man die mediterrane Küche mit in Öl eingelegtem Gemüse schätzt.

Keinesfalls möchte man die Reste in den Abfluss schütten. Denn Öl und Speisefett verbindet sich mit anderen Stoffen im Abflussrohr und führt zu Ablagerungen und Verstopfungen. Das Problem kennt auch Hausens Bürgermeister Bernhard Ruppert (CSU). Deshalb griff er einen Impuls seiner Mitarbeiterin Marion Möbius auf, die von der Sammelstelle in Baiersdorf wusste, und stellte im Gemeinderat die Recyclingmöglichkeit der Firma “Jeder Tropfen zählt” vor.

Fett-Recyclingmöglichkeiten: “Sofort und einstimmig dafür”

“Sofort und einstimmig war der ganze Rat dafür”, erinnerte er sich bei der Inbetriebnahme des Abgabeautomaten auf dem Parkplatz zwischen Edeka Saam und Apotheke (Einkaufzentrum West). Zuvor hatte er beim Abwasserzweckverband nachgefragt, dass Fett und Öl im Abwasser einen erhöhten Reinigungsaufwand in der Kläranlage bedeuten.

In Niederösterreich hat man ausgerechnet, dass jedes Kilo Fett im Abwasser zu Mehrkosten von 70 Cent führt. Deshalb schließt sich Heroldsbach demnächst der Sammlung von gebrauchten Öl- und Fettresten an.

Fett und Öl wird in der Flasche gesammelt: Später wird daraus Bio-Diesel

So funktioniert’s: Jeder Haushalt hat – in Hausen durch Mitglieder der CSU – eine stabile Plastikflasche erhalten, in die er nach und nach alle Fett- und Ölreste des Alltags einfüllt. Ist die Flasche ziemlich voll, nimmt er sie beim Einkauf mit und stellt die Flasche in den Schacht des hellgrünen Automaten.

Der rattert los und die Flasche fällt im Innern in einen Container, wie Hubert Zenk von “Jeder Tropfen zählt” vorführte. Zuletzt fällt eine saubere Flasche in den Ausgabeschacht, die man dann wieder mit nach Hause zum Befüllen nimmt.

Abgabeautomat aufgestellt

Die Idee mit dem Automaten, der Flaschen im Ganzen annimmt und gereinigte Flaschen zurückgibt, stammt aus dem Baskenland und hat Nachahmer schon in ganz Europa gefunden, weil es auf die Akzeptanz der Bevölkerung stößt. Angenommen werden alle gebrauchten Frittier- und Bratfette/öle, die Öle von eingelegten Speisen, Margarine und auch verdorbene, also ranzige, Fette und Öle. Ungeeignet sind dagegen: Verbindungen mit anderen Nahrungsmitteln wie Mayonnaise oder Dressings. Ebenso dürfen keine Mineralöle hinein oder Verbindungen mit anderen Stoffen.

Die Firma Lesch, die schon seit Längerem für die Wiederverwertung von in der Gastronomie anfallenden Ölen und Fetten zuständig ist, bringt die Sammelmengen aus den Privathaushalten in ihren Produktionszyklus ein und stellt daraus Bio-Diesel her.

“Das Endprodukt wird immer mehr nachgefragt werden”, ist sich Zenk sicher. Landrat Hermann Ulm (CSU) dankte Hausen für die Pilotfunktion im Landkreis. “Das ist etwas, das mittelfristig in die Fläche sollte. Ich kann mir vorstellen, dass Speisefett-Recycling mit der Zeit Teil der nachhaltigen Abfallwirtschaft wird.”

Quelle: https://www.nordbayern.de/region/forchheim/hausen-als-vorreiter-fur-speisefett-recycling-1.11477971

Von der Küche in den Tank – Biokraftstoff aus der Bratpfanne

Öhringen/Hohenlohekreis: Abfallwirtschaft und „Jeder Tropfen zählt“ wollen mit Pilotprojekt genutzte Speisefette- und -öle in der großen Kreisstadt sammeln

Quelle: https://www.edi-hohenlohe.de/aktuelles/von-der-kueche-in-den-tank-biokraftstoff-aus-der-bratpfanne/

Upcycling statt Abflussrohr: Unter diesem Motto startet die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis zusammen mit der Firma „Jeder Tropfen zählt“ ab Oktober in Öhringen ein Pilotprojekt für die Sammlung von genutzten Speisefetten und -ölen aus Privathaushalten. „Wir wollen ganz konkret wissen, wieviel Biokraftstoff in den Öhringer Küchenabflüssen verschwindet“, so der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm. Denn, aus den gesammelten Speisefetten – so die Idee – soll künftig Biokraftstoff gewonnen werden. Unterstützt wird das Nachhaltigkeitsprojekt vom Energiehändler EDi Energie-Direkt Hohenlohe, der bereits seit über fünf Jahren hochwertigen Diesel aus diesem Rohstoff vertreibt und deshalb von diesem Projekt sehr angetan ist. Idee und Umsetzung sind im Grunde ganz einfach:

Aus den genutzten Speisefetten/-ölen der Öhringer Bürgerinnen und Bürger kann synthetischer Kraftstoff mit einer über 90 % besseren CO2-Bilanz als konventioneller Diesel hergestellt werden. Durch die Sammlung soll einerseits das öffentliche Kanal- und Abwassersystem geschützt und andererseits ein wertvoller nachhaltiger Rohstoff zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genutzt werden. Bereits seit Ende 2018 ist das Sammelsystem im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Nachhaltigkeitsprojektes in verschiedenen Landkreisen in Bayern zu finden. Mit dem Modellversuch in Öhringen soll nun herausgefunden werden, ob die Bürgerinnen und Bürger hier ebenso fleißig sammeln, wie es in laufenden Projekten in Fürth oder Erlangen der Fall ist. In dem Fall wäre das Projekt vielleicht auch eine Idee für den kompletten Hohenlohekreis.

Anfang Oktober wird an jeden Haushalt in Öhringen und allen Teilorten ein 1,2 Liter fassender Sammelbehälter sowie ein Informationsflyer verteilt. Die praktischen Behälter sind ansprechend gestaltet, wertig und hitzeresistent und haben eine Füllstandanzeige sowie einen Aufdruck zur Handhabung. Volle Behälter können an rund um die Uhr zugänglichen Sammelautomaten im Stadtgebiet gegen leere Behälter getauscht werden. So können alle Bürgerinnen und Bürger leicht mitsammeln.

Haushalte, die einen zusätzlichen Behälter benötigen oder bei der Verteilung keinen bekommen haben, können sich diesen kostenlos bei EDi am Tankpunkt 1, Rudolf-Diesel-Straße oder in der Firmenzentrale, Kuhallmand 26 abholen.

Die Standorte der Sammelautomaten sind:

  • EDi Tankpunkt 1, Rudolf-Diesel-Str. 4, 74613 Öhringen
  • Ö-Center Einkaufswelt (auf dem Parkplatz zwischen Haupteingang und Tankstelle), Austr. 5, 74613 Öhringen
  • Hauptbahnhof Öhringen, Eberstraße (beim Busbahnhof)
  • OBI, Steinsfeldle 13, 74613 Öhringen

Weitere Informationen und Hintergründe zur Sammlung von genutzten Speiseölen sind unter jedertropfenzaehlt.de zu finden.

Öhringen: Flasche schon vor der Haustür gestanden? Im Oktober erhalten alle Haushalte in Öhringen und Teilorte eine Sammelflasche von “Jeder Tropfen zählt!” Darin werden gebrauchte Speisefette gesammelt aus denen Biokraftstoff erzeugt wird. Die Abgabe und Sammel funktioniert bequem über Sammelautomaten. Upcycling statt Abflussrohr. Rainer Mugler erklärt wies’s geht. Weitere Infos im nächsten Video und unter www.jedertropfenzaehlt.de





Der Antriebsstoff aus Bratfett

Die Sammelautomaten für Altspeiseöl haben sich bewährt und werden nun auf das gesamte Fürther Stadtgebiet ausgeweitet.

FÜRTH – Auf der Hardhöhe stehen schon seit 2018 drei Sammelautomaten für Altfett und Altspeiseöl. Nun wird das Pilotprojekt auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Gefördert durch einen sechsstelligen Zuschuss des Bundesumweltministeriums wird über eine öffentliche Ausschreibung ein Entsorger gesucht. Läuft alles nach Plan, erhalten alle Fürther Haushalte im kommenden Frühjahr ein wiederverwendbares Sammelgefäß.

VON ARMIN LEBERZAMMER, Fürther Nachrichten vom 21.09.2021,
Bild: Der Sammelbehälter in der Soldnerstraße steht bereits seit 2018. Ab dem kommenden Jahr sollen alle Fürther Haushalte die Möglichkeit bekommen, ihr altes Fett auf diesem Weg zu entsorgen. (Foto: Hans-Joachim Winckler)

„Dadurch wird gebrauchtes Haushaltsfett einer hochwertigen und sinnvollen Verwertung zugeführt”, begründet der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) die Unterstützung über eine Förderprogramm des Umweltministeriums. Er sei sehr froh, dass nun ein erfolgreiches Projekt in einem größeren Maßstab fortgesetzt werden könne.

Mit exakt 770854 Euro war der symbolische Scheck ausgeschrieben, den Pronold gestern an die Oberbürgermeister von Fürth und Erlangen, Thomas Jung und Florian Janik, übergab. Beide Städte hatten bereits 2018 das „Verbundprojekt Altspeiseölsammlung zur Biokraftstofferzeugung” gestartet.

„Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht”, berichtet Janik: ,,Die Bürger nehmen gerne daran teil.” Er schätze diese Kooperation, weil sie in der Öffentlichkeit auch das Bewusstsein für Entsorgungsthemen schärfe.

Für Fürths SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Träger hat dieses spezielle Recycling einen weiteren positiven Nebeneffekt: ,,Die Kommunen sparen Geld, weil die Abwasserreinigung weniger aufwändig wird.” Schließlich müsse unsachgemäß entsorgtes  Fett sonst unter großer Anstrengung aus dem Abwasser gefiltert werden.

Der auf der Hardhöhe gesammelte Wertstoff wird von der „Jeder Tropfen zählt GmbH” aus Thalmässing im Landkreis Roth entsorgt. Nach Angaben des Unternehmens wird das Altfett und das Altspeiseöl rein mechanisch in seine Bestandteil Fett, Wasser und Feststoffe getrennt.

Einwerfen kann man in den speziellen Sammelflaschen etwa das Öl eingelegter Lebensmittel oder das Bratfett aus der Pfanne.

Der größte Teil des gereinigten Altfetts wird in der Treibstoffindustrie weiterverarbeitet und für die Biodieselherstellung verwendet. Ein Teil findet Verwendung in der Kosmetikbranche und in der Herstellung von Reinigungsmitteln.

In den drei Sammelstellen auf der Hardhöhe wurden laut Rathaus zwischen Oktober 2018 und März 2020 600 Gramm Altfett pro Bewohner gesammelt.

Alleine für Fürth errechne sich daraus eine Treibhausgasminderung von 248 Tonnen jährlich. Im kommenden Frühjahr, so Jung, dürften dann die übrigen der rund 70 ooo Haushalte in der Kleeblattstadt die speziellen Mehrwegsammelflaschen erhalten – samt genauerer Informationen, darunter beispielsweise auch über die neuen Standorte der Sammelautomaten.

Fürth: Altes Speiseöl wird zu wertvollem Bio-Diesel

Die Städte Fürth und Erlangen machen beim “Verbundprojekt Altspeiseölsammlung zur Biokraftstofferzeugung” gemeinsame Sache für Umwelt- und Klimaschutz. Das vorbildliche Modellprojekt wird vom Bundesumweltministerium mit knapp 771000 Euro gefördert – rund 428000 Euro gehen dabei in die Kleeblattstadt.

Quelle: https://www.fuerth.de/Home/stadtentwicklung/Abfallwirtschaft/altes-speiseoel-wird-zu-wertvollem-bio-diesel.aspx

Fast tagtäglich stellt sich in Privathaushalten nach dem Kochen das Problem: Wohin mit dem alten Fett öder Speiseöl. Deshalb startete die Stadt Fürth im Jahr 2018 unter dem Motto “Jeder Tropfen zählt” mit dem haushaltsnahen Sammeln von Altspeiseöl – und fetten ein umwelt- und klimaschützendes Pilotprojekt mit bundesweitem Vorbildcharakter. Die in speziellen Containern gesammelten Energieträger werden nach dem Grundsatz “Recycling vor Beseitigung” in einem besonderen Verfahren in Biodiesel verwandelt.

Das zunächst auf den Stadtteil Hardhöhe beschränkte Projekt soll nunmehr mit 16 neuen Sammelcontainern auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden.
Ziel der Sammlung ist es, innerhalb von fünf Jahren nach dem Start jährlich 0,7 Kilogramm Speisefett/-öl pro Bürgerin und Bürger zu sammeln. Im Fürther Westen wurde im Zeitraum Oktober 2018 bis März 2020 bereits ein Wert von 0,6 Kg pro Kopf erreicht. Insgesamt soll damit eine Treibhausgasminderung von rund 463 Tonnen pro Jahr erreicht werden, dabei entfallen auf Fürth zirka 248 Tonnen pro Jahr. Zudem werden auch die Abwassersysteme geschont und deren Reinigungskosten drastisch reduziert.

Die Sammelautomaten können ausschließlich mit eigens dafür konfigurierten Mehrweg-Sammelflaschen befüllt werden, die mit Start des Projektes kostenfrei an alle Haushalte verteilt werden. Noch stehen aber die üblichen Ausschreibungen und Planungen für das Vorhaben an, OB Thomas Jung rechnet aber mit einem Start im Frühjahr 2022.

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags

Laufzeit: 1. September 2021 bis 31. August 2023

Partner:
Verbundkoordinator: Stadt Fürth, Amt für Abfallwirtschaft, Königstraße 88, 90744 Fürth
Verbundpartner: Stadt Erlangen, Referat I , Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Förderkennzeichen: 03KSM0077A

Bundesumweltministerium fördert in Erlangen und Fürth die Sammlung von Altspeiseöl für die Biokraftstoff-Produktion

Florian Pronold übergibt Förderscheck über fast 800.000 Euro an die Oberbürgermeister der Städte Fürth und Erlangen

Der Aufbau eines Sammelsystems von Altspeiseölen und -fetten aus Privathaushalten wird mit fast 800.000 Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert.

Im Rahmen des Projektes werden in Fürth und Erlangen je 16 Sammelautomaten, verteilt über das ganze Stadtgebiet, aufgestellt. Die Bürgerinnen und Bürger können volle Sammelflaschen am Sammelautomat abgeben und erhalten im Gegenzug eine leere Sammelflasche. Das gesammelte Altspeiseöl wird aufbereitet und dient als nachhaltiger Rohstoff zur Herstellung von Biodiesel und ersetzt somit mineralischen Diesel. Heute übergibt Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im BMU, den symbolischen Förderscheck über 770.854 Euro für dieses kommunale Klimaschutz-Modellprojekt an die Städte Fürth und Erlangen.

Florian Pronold: “In Fürth und Erlangen fördern wir den modellhaften Aufbau eines nachhaltigen und rohstoffeffizienten Sammelsystems. Das Projekt zeigt, wie die zukünftigen Herausforderungen an die kommunale Abfallwirtschaft mit den Zielen des Klimaschutzes verbunden werden können.”

Eine effektive Sammlungsmethode und -struktur von Speiseölen und -fetten fehlt bislang. Da es dafür keine Trennpflicht für Privathaushalte gibt, werden diese Öle und Fette oftmals über das Abwassersystem in die Kanalisation entsorgt. Das verursacht viele Probleme, von der Verstopfung der häuslichen Abflussleitungen bis hin zu Ablagerungen in Kanälen und Schächten. Mit der Aufstellung von Sammelbehältern begegnen Erlangen und Fürth diesen Problemen und bieten eine umweltschonende und geldsparende Alternative. Dieses innovative Modellprojekt kann zum Vorbild für viele deutsche Kommunen werden. In Deutschland könnten damit rund 50.000 Tonnen gebrauchtes Speiseöl pro Jahr von Haushalten gesammelt und damit bundesweit Kosten von bis zu 35 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Mit dem aufbereiteten Speiseöl könnten große Mengen nachhaltiger Biodiesel hergestellt und damit klimaschädlicher mineralischer Diesel ersetzt werden.

Das Modellprojekt wird in den kommenden drei Jahren vom BMU mit einer Zuwendung von rund 800.000 Euro gefördert.

Das BMU unterstützt und initiiert über die NKI mit dem Förderaufruf für investive kommunale Klimaschutz-Modellprojekte wegweisende Investitionsvorhaben im kommunalen Umfeld, die durch ihre direkten Treibhausgasminderungen einen wesentlichen Beitrag zur schrittweisen Erreichung der Treibhausgasneutralität von Kommunen leisten. Seit 2016 hat das BMU im Rahmen des Förderaufrufes bundesweit rund 50 Klimaschutz-Modellprojekte bewilligt. Zusammen entspricht das einem Fördervolumen in Höhe von rund 135 Millionen Euro.

Aktuell können kommunale Antragstellerinnen und Antragsteller Projektskizzen vom 1. September bis zum 31. Oktober einreichen und dabei von verbesserten Förderbedingungen profitieren. Die besten Projekte werden in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert.

Quelle: https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundesumweltministerium-foerdert-in-erlangen-und-fuerth-die-sammlung-von-altspeiseoel-fuer-die-biokraftstoff-produktion

Auch die EU-Kommission ist schon aufmerksam

Von Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier vom 08.09.2021

Thalmässing/Brüssel – Die heutige Europaabgeordnete Marlene Mortler (CSU) kennt das Sammelprojekt bestens aus der Zeit, als sie den Landkreis Roth noch als Bundestagsabgeordnete in Berlin vertrat. Sie hat die EU-Kommission auf das heimische Projekt aufmerksam gemacht, schließlich fordert die EU-Kommission in ihrem Climate Target Plan 2030 dazu auf, Altspeisefette und -öle verstärkt zu nutzen. In vielen europäischen Staaten existieren solche Systeme bereits. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland diese Energiequelle kaum genutzt.

Mortler hat nun positive Rückmeldung aus Brüssel erhalten. Die Europaabgeordnete für Mittelfranken erklärt: „Geschlossene Kreisläufe sind wichtig beim Thema Nachhaltigkeit und Recycling. Deswegen wäre es gut und klug, wenn wir die Sammlung von genutzten Speiseölen und Speisefetten, die im gastronomischen Bereich schon gut funktioniert, auch auf private Haushalte ausdehnen.“ Entsprechende Förderungen stünden seitens der EU bereit. „Jetzt braucht es die Unterstützung durch Städte und Gemeinden, um das Projekt in die Fläche zu bringen“, appelliert Mortler an Lokalpolitiker, sich das Sammelsystem einmal genauer anzusehen.

Die Europäische Kommission jedenfalls steht der ganzen Sache offen gegenüber, folgt man den Ausführungen von Kari Simson, der estnischen EU-Kommissarin für Energie in der Kommission von der Leyen. Aus Altspeiseöl hergestellte Biokraftstoffe würden ohnehin durch verschiedene EU-Rechtvorschriften gefördert, schreibt sie in ihrer Antwort an Marlene Mortler. Zudem prüfe die Kommission derzeit zusätzliche Maßnahmen zur Förderung solcher Kraftstoffe – und zwar im Zusammenhang mit der Überarbeitung der Erneuerbare-Energie-Richtlinie.

Die europäischen Mitgliedsstaaten müssen laut Simson dafür sorgen, dass bis zum 31. Dezember 2023 Bioabfall entweder an der Unfallstelle getrennt und recycelt oder getrennt gesammelt und nicht mit anderen Abfallarten vermischt wird. Um dies umzusetzen, stünden den Staaten verschiedene Finanzierungsprogramme für technische Hilfe, beispielsweise aus Mitteln des Köhäsionsfonds zur Verfügung. luf