Auch die EU-Kommission ist schon aufmerksam

Von Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier vom 08.09.2021

Thalmässing/Brüssel – Die heutige Europaabgeordnete Marlene Mortler (CSU) kennt das Sammelprojekt bestens aus der Zeit, als sie den Landkreis Roth noch als Bundestagsabgeordnete in Berlin vertrat. Sie hat die EU-Kommission auf das heimische Projekt aufmerksam gemacht, schließlich fordert die EU-Kommission in ihrem Climate Target Plan 2030 dazu auf, Altspeisefette und -öle verstärkt zu nutzen. In vielen europäischen Staaten existieren solche Systeme bereits. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland diese Energiequelle kaum genutzt.

Mortler hat nun positive Rückmeldung aus Brüssel erhalten. Die Europaabgeordnete für Mittelfranken erklärt: „Geschlossene Kreisläufe sind wichtig beim Thema Nachhaltigkeit und Recycling. Deswegen wäre es gut und klug, wenn wir die Sammlung von genutzten Speiseölen und Speisefetten, die im gastronomischen Bereich schon gut funktioniert, auch auf private Haushalte ausdehnen.“ Entsprechende Förderungen stünden seitens der EU bereit. „Jetzt braucht es die Unterstützung durch Städte und Gemeinden, um das Projekt in die Fläche zu bringen“, appelliert Mortler an Lokalpolitiker, sich das Sammelsystem einmal genauer anzusehen.

Die Europäische Kommission jedenfalls steht der ganzen Sache offen gegenüber, folgt man den Ausführungen von Kari Simson, der estnischen EU-Kommissarin für Energie in der Kommission von der Leyen. Aus Altspeiseöl hergestellte Biokraftstoffe würden ohnehin durch verschiedene EU-Rechtvorschriften gefördert, schreibt sie in ihrer Antwort an Marlene Mortler. Zudem prüfe die Kommission derzeit zusätzliche Maßnahmen zur Förderung solcher Kraftstoffe – und zwar im Zusammenhang mit der Überarbeitung der Erneuerbare-Energie-Richtlinie.

Die europäischen Mitgliedsstaaten müssen laut Simson dafür sorgen, dass bis zum 31. Dezember 2023 Bioabfall entweder an der Unfallstelle getrennt und recycelt oder getrennt gesammelt und nicht mit anderen Abfallarten vermischt wird. Um dies umzusetzen, stünden den Staaten verschiedene Finanzierungsprogramme für technische Hilfe, beispielsweise aus Mitteln des Köhäsionsfonds zur Verfügung. luf

Sammelleidenschaft bringt Kickertisch für Schüler ein

Marktgemeinde Thalmässing gewinnt beim ausgelobten Wettbewerb von „Jeder Tropfen zählt“ – System wird ab Herbst auf Landkreis ausgeweitet.

Von Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier vom 08.09.2021

Thalmässing/Eysölden – In der Fußball-Bundesliga mag der Heimvorteil in Corona-Zeiten zu vernachlässigen sein. Wenn es umTischfußball geht, sieht die Sache offensichtlich anders aus: Die Verbraucher in der Marktgemeinde Thalmässing haben Ihren Heimvorteil offenbar genutzt – weshalb die Grundschule in Eysölden jetzt rechtzeitig vor dem neuen Schuljahr einen neuen Kicker ihr Eigen nennen darf.

Der ist der Preis dafür, dass die Kommune am meisten Spesefette und -Öle gesammelt hat, seit die Recyclingfirma Lesch diese seit Dezember 2018 sammelt. Mit Beginn des Pilotprojekts hatte das Unternehmen seinerzeit einen Wettbewerb ausgelobt zwischen den fünf beteiligten Kommunen der ILE Jura-Rothsee – neben Thalmässing sind das die Städte Heideck, Hilpoltstein, Greding sowie die Gemeinde Allersberg.

Der Sieg der Thalmässinger sei „relativ deutlich ausgefallen”, sagte Projektleiter Hubert Zenk. Weil aber auch die anderen Beteiligten nicht faul waren, lägen die Initiatoren bei der Sammelmenge „insgesamt auf der Linie, die wir uns vorgestellt hatten”. Mit 1,089 Kilogramm (kg) pro Kopf in den jähren 2019 und 2020 hat Thalmässing als einzige Kommune die Ein-Kilogramm-Marke genommen – und damit Greding (0,804 kg), Heideck (0,794 kg), Allersberg (0,701 kg) und Hilpoltstein (0,545 kg) abgehängt. Heuer steht Thalmässing mit bis 0,633 kg übrigens wieder am besten da.

Im Landkreis Roth habe man vor allem im Kreistag „sehr intensiv darüber geredet“, sagte Landrat Herbert Eckstein (SPD). „Jetzt stehen die Leute dahinter.“ Auch deshalb wird die Fettsammlung noch heuer auf den gesamten Kreis ausgedehnt.

Bürgermeister Georg Küttinger (TL) lobte die Firma Lesch, die mit dem Projekt ein finanzielles Risiko eingegangen sei. Es geben vielleicht größere Unternehmen am Markt, doch Heiko Lesch und sein Mitarbeiter Hubert Zenk hätten die Vorreiterrolle übernommen. Er gehe davon aus, dass die gemeindlichen Kläranlagen und die Leitungen entlastet werden, weil das Fett nicht mehr in den Ausguss geschüttet wird.

„Man will etwas Gutes für die Umwelt tun“, sagte Firmenchef Heiko Lesch. Das gelte nicht nur für ihn und das Recyclingunternehmen. Jeder Bürger habe die Möglichkeit sein Scherflein beitzutragen, denn mit jedem 1,2 Liter großen Sammelbehälter lasse sich Biosprit für 20 Kilometer erzeugen – „mit über 90-prozentiger CO2-Einsparung“.

Bettina Scharf, neue Rektorin der Grund- und Mittelschule Thalmässing, durfte als eine ihrer ersten Amtshandlungen den Kicker entgegennehmen. Als Eckersmühlenerin ist „Jeder Tropfen zählt“ bisher an ihr vorbeigegangen. Aber: „Das könnte in ganz Deutschland eine super Sache werden“, blickt Küttinger uziversichltich in die Zukunft. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg. Aber immerhin: „Nächstes Jahr sind schon 500 000 Bürger dabei“, sagt Zenk. HK

Haushaltssammlung für Altspeisefett startet in Bubenreuth

Auf dem Bild: MdB Stefan Müller, Norbert Stumpf (Bürgermeister Bubenreuth), Michael Sperber (CTO der Firma Infoteam), Hans-Peter Lechner (Vorstandsmitglied VR-Bank Erlangen – Höchstadt – Herzogenaurach eG), Heiko Lesch (Geschäftsführer Altfettrecycling Lesch GmbH & Co. KG)

Ab sofort können auch die Bürger/innen in Bubenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt zum Schutz von Natur und Kanalsystem beitragen indem Sie ihre genutzten Speiseöle sammeln und an unserem Sammelautomaten abgeben.

Am Freitag wurde der Automat an der Wertstoffsammelstelle in der Frankenstraße in Betrieb genommen. Bei der Eröffnung anwesend waren MdB Stefan Müller, Landrat Alexander Tritthart, Norbert Stumpf (Bürgermeister Bubenreuth), Michael Sperber (CTO der Firma Infoteam), Hans-Peter Lechner (Vorstandsmitglied VR-Bank Erlangen – Höchstadt – Herzogenaurach eG) und Heiko Lesch (Geschäftsführer Altfettrecycling Lesch GmbH & Co. KG).

Die Sammelbehälter werden ab Mitte August an die Haushalte verteilt.

Unterstützt wird das Projekt von der Firma infoteam software und der VR-Bank Erlangen – Höchstadt – Herzogenaurach eG.

Infos

Den gefüllten Sammelbehälter können ab sofort an unserem Sammelautomat an folgendem Standort gegen einen sauberen Behälter getauscht werden:

Wertstoffsammelstelle (neben Bauhof),
Frankenstraße, 91088 Bubenreuth

Die Abholung zusätzlicher Sammelbehälter sowie die Rückgabe unbenutzter Sammelbehälter erfolgt bei:

Gemeinde Bubenreuth 
Birkenallee 51
91088 Bubenreuth

Altfett-Sammlung in Privathaushalten weitet sich auf ganzen Landkreis aus

Quelle: Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier vom 27.07.2021: https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Altfett-Sammlung-in-Privathaushalten-weitet-sich-auf-ganzen-Landkreis-aus;art596,4798398

Es ist abzusehen gewesen – und doch hat es relativ lange gedauert, bis im Landkreis Roth nun Nägel mit Köpfen gemacht worden sind: Die Sammlung von gebrauchten Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten, die im Süden des Landkreises schon seit Ende 2018 üblich ist, wird auf den gesamten Kreis ausgedehnt.

Im Herbst soll dafür der Startschuss gegeben werden. Bislang ist “Jeder Tropfen zählt” hier nur in den fünf Kommunen der ILE Jura-Rothsee bekannt, also in Allersberg, Greding, Heideck, Hilpoltstein und Thalmässing. 

Außerdem natürlich in Fürth und Erlangen: Teile der beiden Städte waren ebenfalls beim Pilotprojekt vor knapp drei Jahren dabei, dort war längst entschieden worden, die dezentrale Sammlung von Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten in den markanten grünen Sammelautomaten, auf das jeweilige gesamte Stadtgebiet auszudehnen. In Erlangen ist Baiersdorf längst dabei, Bubenreuth folgt derzeit. Mit Berching und Freystadt sind – ganz frisch dabei (siehe Seite 24) – diese Automaten auch im Landkreis Neumarkt zu finden. 

Erregte Diskussionenum den Preis des Sammelns

In Roth aber hatte es im Kreisausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Wirtschaft und Regionalentwicklung vor einem Jahr auch kritische Stimmen gegeben: Reinhard Schmidpeter von der AfD beispielsweise hatte davon gesprochen, dass man die Mehrkosten, die in die Gebühren für die Abfallbeseitigung integriert werden, den Bürgern “nicht zumuten” könne. 

Genaue Zahlen nennt Hubert Zenk, der Geschäftsführer der “Jeder-Tropfen-zählt”-GmbH, nicht. Initiiert worden war das Projekt seinerzeit von der Thalmässinger Altfett-Recyclingfirma Lesch, der damalige Projektleiter Zenk ist mittlerweile Geschäftsführer der eigens gegründeten Firma. Er spricht von jährlichen Kosten von etwa einem Euro brutto pro Bürger. Der Landkreis Roth mit seiner Vorreiterfunktion bezahle diesen Preis aber nicht ganz. Anders als Fürth und Erlangen, die für die Ausweitung Fördergeld beim Bundesumweltministerium beantragt haben – “die ist aber ganz schön tricky” – verzichtet man in Roth darauf. Auch deshalb könnte die langwierige Ausgestaltung des Vertrags in der Heimat Beispielcharakter für andere Kreise und Kommunen haben, hofft Zenk. Auch weil Roth, der sich zwar mit der Entscheidung Zeit gelassen hat, jetzt aber doch der erste Landkreis sei, der das Sammelsystem “komplett auf die Fläche bringt” und somit eine Vorreiterfunktion einnimmt, “haben wir alles herausgekitzelt, was irgendwie ging”. 

Schon als das Pilotprojekt im Winter 2018 gestartet ist, war das erklärte Ziel, über kurz oder lang das ganze Land zu erobern. Alte Speisefette und -öle zum Container zu bringen, sollte so selbstverständlich werden wie die Entsorgung von Altglas. “Jeder Tropfen zählt” hat das Zeug dazu, eine solch bahnbrechende Erfolgsgeschichte zu werden, wie nicht nur die finanzielle Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zeigt. Das Unternehmen ist auf dem besten Weg: Denn mit Hausen und Heroldsbach im Landkreis Forchheim stehen laut Zenk schon die nächsten Kommunen in den Startlöchern, im Herbst solle ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg – erstmals jenseits der bayerischen Landesgrenzen – starten. 

Populärer Klimaschutzunterstreicht Wichtigkeit

“Das Thema wird wichtiger angesehen als noch vor einem Jahr”, resümiert Zenk. “Es ist keine teure Geschichte”, findet er. Alles hänge von der Einstellung der Politik ab. Trotz dieser politischen Frage “fallen wir unter das Abfallrecht” – das erkläre, warum der Erfolg nicht noch schneller komme, zeigt er sich überzeugt. Denn angesichts der Tatsache, dass aus dem alten Öl vor allem Biosprit werde, sei auch die Verkehrspolitik involviert. Und nicht zuletzt die Klimaschutzpolitik. So lange die Autoflotte auf den Straßen sich nicht grundsätzlich verändere – also mehr Autos mit Elektroantrieb oder anderen alternativen Formen benutzt werden -, “kann der Minister nichts liefern”, so Zenk. Einzig durch ein anderes Mischungsverhältnis im Brit lasse sich die CO2-Bilanz aufpolieren. 1,2 Liter Altspeisefett – das ist das Volumen eines Sammelbehälters – lassen sich nach Firmenangaben im Verlauf des Upcylingprozesses zu einem nachhaltigen Biokraftstoff veredeln, mit dem ein Auto rund 20 Kilometer zurücklegen kann. Dass mit dem Recyceln auch Abflussrohre und Kläranlagen geschont werden, da das alte Öl nicht mehr in den Ausguss gekippt wird, wird somit fast zum Nebeneffekt. 

Welches Mengenpotenzial im Sammelsystem steckt, unterstreichen Zahlen aus dem – bald – Vorreiterlandkreis Roth: Bevor das Thalmässinger Unternehmen die Sammlung in die Hand genommen hat, waren es rund vier Tonnen Altfett gewesen, die die Bürger in den Wertstoffhöfen des Kreises Roth, dem Kreisbauhof in Abenberg oder in verschiedenen Kläranlagen abgegeben haben. 2019/20 registrierte die Firma Lesch allerdings allein in den fünf ILE-Gemeinden rund 15,5 Tonnen, die in den Containern zusammengekommen waren. Hubert Zenks Resümee: “Das Sammelsystem funktioniert und die Haushalte machen mit. “HKVolker Luff

Altspeisefett wird Biodiesel – Aus der Fritteuse ins Auto: Jeder Tropfen zählt

Quelle: Lena Wölki, NN, https://www.nordbayern.de/region/erlangen/aus-der-fritteuse-ins-auto-jeder-tropfen-zahlt-1.11230284

ERLANGEN – Recyceln statt wegschütten: “Jeder Tropfen zählt” sammelt Speisefett aus den Haushalten verschiedener Gemeinden und verarbeitet es zu Kraftstoff. 

Es sind kleine grüne Flaschen, die etwas Großes bewirken sollen. Sie gehören zu der GmbH “Jeder Tropfen zählt!”, die sich zum Ziel gesetzt hat, aus Altspeisefett Biodiesel zu generieren. Und dabei nicht nur die Abwasserrohre vor dem Verstopfen zu schützen, Säuberungskosten der Kläranlagen zu verringern, sondern auch Ressourcen zu schonen.

Altfettrecycling in Erlangen kommt gut an

“Wir haben hier eine Öl-Quelle, die einfach verschenkt wird”, sagt der Geschäftsführer Hubert Zenk. Bisher würden, laut Zenk, in Bayern etwa 80 Gramm Altspeisefett pro Person im Jahr gesammelt. “Wir gehen jedoch davon aus, dass im Schnitt jeder etwa 1,3 Kilogramm zu verwerten hätte”, sagt der Geschäftsführer. Er erklärt weiter: “Unser Ziel ist es, nach fünf Jahren mindestens 700 Gramm pro Bürger einzusammeln.”

Mehrere Orte dabei

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es gleich mehrere Orte, die Teil der Aktion sind. Dazu gehören schon seit längerem die Stadt Erlangen, die schon dabei war, als es die Aktion als Pilotprojekt gab. Neu dazu gekommen ist seit Mai Baiersdorf und nun soll “Jeder Tropfen zählt!” auch in Bubenreuth angeboten werden.

Wie funktioniert das System?

Im Vorfeld wurden die grünen Sammelflaschen an alle Haushalte in den entsprechenden Gemeinden ausgeliefert. Das übernahmen unter anderem Schüler, Freiwillige Feuerwehren, oder, wie im Fall von Bubenreuth, Ferienarbeiter.

Keine Auto-Schmieröle

In diesen Behältern kann dann gebrauchtes Frittier- und Bratfett-Öl, Öl von eingelegten Speisen (Sardinen, Schafskäse, Peperoni usw.), Margarine, verdorbene und abgelaufene Speiseöle und -fette gesammelt werden. Nicht abgegeben werden dürfen dagegen Mineral-, Motor- und Schmieröle, andere Flüssigkeiten und Chemikalien, Mayonnaisen, Saucen und Dressings, Speisereste und sonstige Abfälle.

Von der Fritteuse zum Auto

Wenn der Behälter voll ist, kann er bei den entsprechenden Automaten abgeben werden. Die stehen unter anderem auf Supermarktparkplätzen: “Wir versuchen es, den Menschen so einfach wie möglich zu machen, und die Abgabe nicht etwa an die Öffnungszeiten von Wertstoffhöfe zu koppeln”, sagt Zenk.

Bestandteile getrennt

Bei den Automaten erhält man für einen vollen Behälter eine leere. frische Flasche zurück. Dann startet der Recyclingprozess, der aus dem Altspeisefett Biodiesel macht. Dabei werden die Öle zunächst erhitzt und im Anschluss die Bestandteile voneinander getrennt. Es bleiben Speiseöl, Feststoffe und Wasser.

Kommunen steuern etwas bei

Um aus diesem Fett Treibstoff zu machen, muss es dann aber noch weiter verarbeitet werden. Der Verkauf dieses Rohstoffs soll die Kosten des Recyclingprozesses zu einem Teil mitfinanzieren. Ganz klappt das jedoch nicht, weshalb die Kommunen noch etwas dazu steuern müssen. Das gesamte System kostet etwa 85 Cent pro Bürger im Jahr.

Probezeit erfolgreich beendet

“Jeder Tropfen zählt!”, das zunächst als Pilotprojekt in Fürth, Erlangen und im Landkreis Roth an den Start ging, hat die Probezeit im vergangenen Jahr erfolgreich beendet. Nun soll das System in die verschiedenen Gemeinden und Kommunen verteilt werden. Bisher, so schätzt Hubert Zenk, konnten bereits etwa 70 000 Kilo Altspeisefett gesammelt und zu circa 65 000 Liter Biodiesel verarbeitet werden. Und das alles mit der Hilfe von kleinen, grünen Flaschen.

„Upcycling statt Abflussrohr“: HUBER SE unterstützt Projekt „Jeder Tropfen zählt“ in Berching und Freystadt

Bild: Pressefoto Jeder Tropfen zählt, Auf dem Foto (v.l.n.r.): Ludwig Eisenreich, Willibald Gailler, Alexander Dorr, Dr. Oliver Rong, Hubert Zenk, Heiko Lesch. © HUBER SE.

  • Sammelautomaten in Berching und Freystadt: Projekt zur Sammlung von Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten läuft seit Mitte Juli 
  • HUBER SE unterstützt „Jeder Tropfen zählt“ aus Gründen der Nachhaltigkeit, des Umweltschutzes und des regionalen Bezugs 
  • Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Oliver Rong: „HUBER trägt den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Region Rechnung“ 

Berching, 23. Juli 2021 – Die HUBER SE unterstützt das Projekt „Jeder Tropfen zählt“ zur Sammlung von Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten in der Region. Das Berchinger Unternehmen hilft den Initiatoren Hubert Zenk und Heiko Lesch in finanzieller Form. In der Region Neumarkt stehen Sammelautomaten in Berching und Freystadt. 

„Sammeln – Wandeln – Weiterkommen“: Mit diesen drei Schlagworten wirbt das Projekt „Jeder Tropfen zählt“ der beiden Initiatoren Hubert Zenk und Heiko Lesch für die Sammlung und Wiederverwertung von Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten. Zur Sammlung der vollen Behälter stehen unter anderem in Berching und Freystadt Automaten bereit, an denen das alte Speisefett und -öl abgegeben werden kann. Sponsor des Projekts ist die HUBER SE

Am Freitag, 23. Juli, stellte das Team das Projekt an einem Sammelautomaten in Freystadt vor. Zu Wort kamen Dr. Oliver Rong (stellvertretender Vorstandsvorsitzender HUBER SE), Landrat Willibald Gailler, Berchings Erster Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Freystadts Bürgermeister Alexander Dorr. „Dieses Projekt ist eine gute Idee und HUBER unterstützt es als in der Region verwurzeltes Unternehmen sehr gerne. Wir sind ein innovatives Umweltunternehmen und tragen den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz Rechnung, indem wir ‚Jeder Tropfen zählt‘ unterstützen, worauf wir sehr stolz sind“, sagte Dr. Oliver Rong, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Produktion & Technik der HUBER SE. 

„Nachhaltiges Wirtschaften Gebot der Stunde“: Warum dieses Projekt Umwelt und Klima schützt 

Öl und Speisefette führen bei Entsorgung in den Abwasserleitungen zu schwerwiegenden Verstopfungen, weil sie mit hohem Aufwand und Frischwasser freigespült werden müssen. Auch in den Kläranlagen erzeugen Fettablagerungen hohe Säuberungskosten: ein Kilogramm Altspeisefett in der Kanalisation kann bis zu 40.000 Liter Frischwasser kontaminieren. Durch das Upcycling wird Altspeisefett in klimaschonenden Bio-Kraftstoff umgewandelt bei gleichzeitiger Reduktion der CO2- Emissionen. „Nachhaltiges Wirtschaften ist das Gebot der Stunde“, sagte Landrat Willibald Gailler. Ludwig Eisenreich sprach der HUBER SE seinen herzlichen Dank aus und sagte, er sei sofort von diesem Projekt überzeugt gewesen. 

Upcycling statt Abflussrohr: Wie das Projekt funktioniert 

Sie sammeln Fett in den hitzebeständigen Flaschen von „Jeder Tropfen zählt“, die ab Mitte Juli an die Haushalte in Berching und Freystadt verteilt wurden. Die volle Flasche geben Sie anschließend an den Sammelautomaten ab. Das gesammelte Altspeisefett wird daraufhin aufbereitet und für die Herstellung von klimafreundlichem Bio-Kraftstoff verwendet. Durch diesen „Upcycling“-Prozess kann aus einer Flasche Altspeisefett Bio-Kraftstoff für 20 Kilometer Reichweite hergestellt werden. 

Warum sich HUBER für den Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzt, können Sie online nachlesen unter: https://www.huber.de/de/unternehmen/umweltpolitik-und-umweltschutz.html 

Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie online unter: https://jedertropfenzaehlt.de/ 

Über die HUBER SE

Die HUBER SE ist ein weltweit agierendes Unternehmen mit mehr als 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon rund 750 am Hauptsitz in Berching. Sie ist spezialisiert auf qualitativ hochwertige und innovative Maschinen, Anlagen und Ausrüstungsteile aus Edelstahl für die kommunale und industrielle Wasser-, Abwasser-und Schlammbehandlung. Mit mehr als 45.000 installierten Anlagen zählt HUBER zu den international bedeutendsten Unternehmen der Branche und trägt mit angepassten Verfahren zur Lösung der weltweiten Wasserproblematik bei. 

HUBER unterstützt in rund 60 Ländern in enger Zusammenarbeit mit eigenen Tochterfirmen und Büros sowie Vertriebspartnern seine Kundinnen und Kunden mit innovativen Techniken und umfassendem Know-how bei der Lösung ihrer Aufgaben in den verschiedenen Bereichen der Wasseraufbereitung und Schlammbehandlung. Das Unternehmen bietet seinen Kunden dabei einen „Global Service“, der weltweit mit den lokalen Standorten einen reibungslosen und zuverlässigen Betrieb der Anlagen gewährleistet. 

Die Nachhaltigkeit im Bereich der Wassernutzung ist HUBER ein besonderes Anliegen und spiegelt sich wider in verschiedenen HUBER Solutions der Abwasserwiederverwendung sowie der Nährstoff- und Energiegewinnung aus Abwasser und Schlamm. 

„Jeder Tropfen zählt“ in Bubenreuth

Quelle: BUBENREUTHaktuell Juni 2021

Die Gemeinde Bubenreuth wird ab August an dem Projekt „Jeder Tropfen zählt“ teilnehmen. Dabei handelt es sich um die Sammlung von Altspeisefetten und -Ölen aus Privathaushalten. Damit sollen u. a. die öffentlichen Kanal- und Abwassersysteme geschützt und ein wertvoller nachhaltiger Rohstoff zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genutzt werden.

Bereits seit Ende 2018 sind schon Sammelautomaten in Erlangen und seit Mai dieses Jahres auch in Baiersdorf zu finden.

Aus den Altfetten und -ölen der Bubenreuther Bürgerinnen und Bürger wird Biodiesel mit einer über 90 % besseren CO2-Bilanz als konventioneller Diesel hergestellt.

Für das Projekt werden Mitte/Ende August an jeden Haushalt in Bubenreuth ein 1,2 Liter fassender Sammelbehälter und ein Informationsflyer verteilt. Die Behälter sind ansprechend gestaltet, wertig und leicht handhabbar, hitzeresistent und haben eine Füllstandanzeige sowie eine Beschriftung zur Handhabung. Sie sind sogar mit Blindenschrift versehen.

Ab August können die vollen Behälter an einem dauerhaft zugänglichen Sammelautomaten in Bubenreuth abgegeben und direkt gegen leere Behälter ausgetauscht werden. Dadurch kann jede Bubenreuther Bürgerin und jeder Bubenreuth Bürger leicht an dem Projekt teilnehmen und mit sammeln.

Der Sammelautomat wird in der Wertstoffsammelstelle (neben Bauhof), Frankenstraße, 91088 Bubenreuth, aufgebaut.

Weitere Informationen zur Sammlung werden unter www.bubenreuth.de und auf www.jeder-tropfen-zaehlt.de veröffentlicht.

Woche der Umwelt: Viele pfiffige Ideen der Ausstellenden: Wolkenkratzer aus Holz und Stroh statt Styropor

Foto: Prächtige Kulisse: Im Park von Schloss Bellevue (Foto) am Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kann die Woche der Umwelt (WdU) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zumindest teils in Präsenz stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie wird das WdU-Programm durch Online-Fachforen ergänzt. Digitales i-Tüpfelchen ist die Präsentation der mehr als 150 mit einem WdU-Zertifikat ausgezeichneten Ausstellenden und deren pfiffige Ideen für eine nachhaltige Zukunft. Bild: © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Quelle: https://www.dbu.de/123artikel39005_2442.html

Von A wie Altfettentsorgung bis Z wie Zentralverband des Deutschen Handwerks: Eine wahre Fundgrube innovativer Schaffenskraft für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit bieten mehr als 150 Ausstellende auf der Woche der Umwelt (WdU) im Sommer dieses Jahres. „So geht Zukunft!“ lautet das Motto der Veranstaltung am 10. und 11. Juni, zu der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in bewährter Tradition in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) einlädt.

Auch unser Projekt „Jeder Tropfen zählt“ wurde vom Bundespräsidenten ausgewählt und ist unter den Ausstellern zu finden.

Alle Infos zur WdU und zu den Ausstellenden finden sich hier: https://www.woche-der-umwelt.de/.

Wegen der Corona-Pandemie findet die sechste WdU-Auflage teils in Präsenz, teils in Online-Fachforen im hybriden Format statt. Die Ausstellerinnen und Aussteller, ausgezeichnet mit einem WdU-Zertifikat, wählen die digitale Variante und laden auf speziellen Webseiten mit Bild-, Text- und Tonmaterial zum Stöbern und zur Spurensuche nach Wegen in eine nachhaltige Zukunft ein. Das Zertifikat hat eine besondere Bewandtnis: Denn die Ausstellenden – darunter Firmen, Forschungsinstitute, Vereine und Verbände – sind eigens von einer seitens des Bundespräsidenten zur WdU eingesetzten Fachjury auserkoren worden, ihr Engagement für den Umweltschutz zu zeigen – und all die Aspekte, die damit zusammenhängen: von Klima, Energie und Ressourcen über Boden und Biodiversität bis hin zu Bauen, Wohnen und Mobilität.

Neue Wege für einen Wandel

„Wenn wir den Planeten und eine lebenswerte Umwelt erhalten wollen, brauchen wir kreative Köpfe, die mit ihren innovativen Ideen neue Wege für einen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und zu mehr Klima-, Natur- und Ressourcenschutz beschreiten“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Dieses Engagement wollen wir würdigen.“ Die Ausstellenden kommen aus allen Himmelsrichtungen der Republik; ihre Projekte zeichnet aus, dass es oft auch Bezüge etwa zu Bildung und Kommunikation, zur globalen und sozialen Gerechtigkeit oder etwa zu Bevölkerungsentwicklung und Digitalisierung gibt. Besonderes Augenmerk legte die Jury bei der Auswahl auf Qualität, Innovation und Modellcharakter der Projekte. „Und es geht natürlich auch darum, dass die Vorhaben gesellschaftlich, technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind“, so Bonde.

Isolierglas verspricht neue Aussichten für den Klimaschutz

Ein Blick in die Präsentationen zeigt die Fülle an Möglichkeiten: Stroh statt Styropor lautet etwa die Devise für nachhaltige Verpackungen – inklusive der umweltschonenden Gestaltung der gesamten Wertschöpfung. Bemerkenswert: Weil wegen der Prozess-Innovation am Markt keine entsprechende Anlagentechnik verfügbar war, baute die Firma eine eigene vollautomatisierte Fabrik – alles unter der Prämisse, Stroh ohne Zusatzstoffe zu formen und so Styropor zu ersetzen. Ebenso beachtlich ist ein anderes DBU-Förderprojekt: das weltweit erste höchstdämmende Isolierglas. Der Clou: Diese Variante erreicht die Dämmwerte einer massiven Wand. Für den Altbestand an Gebäuden ebenso für Neubauten könnte diese Entwicklung sprichwörtlich ganz neue Aussichten bedeuten – schließlich zählen Fenster immer noch zu den Schwachstellen, wenn es um den Verlust von Heizenergie geht.

Woodscraper als neues Wohnkonzept

„Klimapositiv“ ist auch das Stichwort für eine andere Idee im Gebäudebereich; vermarktet wird sie unter dem Etikett „Woodscraper“, in Anlehnung an die englisch „Skyscraper“ genannten Wolkenkratzer der Welt-Metropolen. Die Idee: Die Woodscraper sollen auf Basis nachwachsender Rohstoffe als erste zirkuläre und ressourcenpositive Hochhäuser ein Wohnen aus Holz ermöglichen sowie die Option für eine Um- und Weiternutzung bieten. Und: Holz-Hochhäuser sollen mehr Kohlendioxid (CO2) einspeichern, als für deren Konstruktion ausgestoßen wird. Ein Monitoring und eine fortlaufende Ökobilanzierung bis hin zu allen Bauteilen sollen diesen Erfolg sichern. Übrigens keineswegs als Selbstzweck: Auch Fragen der Ressourcenverknappung, des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums im nordeuropäischen Raum sollen so adressiert werden.

Hauptbühne im Park von Schloss Bellevue und hochkarätig besetzte digitale Fachforen

So wie die Ausstellenden zu einer Entdeckungsreise in die Welt des Planetenschutzes einladen, macht die Woche der Umwelt selbst Lust auf den Schutz der Erde: Nach Eröffnung durch den Bundespräsidenten am Donnerstag, 10. Juni, startet danach ein zweitägiges Programm auf einer Hauptbühne im Park von Schloss Bellevue sowie in digitalen Fachforen. Sowohl die Diskurse auf der Hauptbühne als auch der Fachforen werden live per Stream übertragen. Die Themenpalette reicht von effizienter Wärmenutzung und einer umfassenden Kreislaufwirtschaft, der Circular Economy, über Klimaneutralität und Energiewende bis hin zu nachhaltigen Kapitalanlagen und Mobilität.

Frankenschau und ARD live nach neun: Von Altöl zu Biodiesel – Pilotprojekt “Jeder Tropfen zählt” in Baiersdorf

Der Bayerische Rundfunk berichtet am 14.05.2021 in der Frankenschau und ARD live nach neun über unser Projekt:

In Baiersdorf läuft das Pilotprojekt “Jeder Tropfen zählt”. In den nächsten zwei Jahren sammeln die privaten Haushalte Bratöl und -fett und geben die vollen Dosen in einen speziellen Automaten. Die verantwortliche Entsorgungsfirma gewinnt daraus dann palmölfreien Biodiesel.