In Dörzbach ist jeder Tropfen Altfett ein Beitrag zum Klimaschutz

Jeder Tropfen zählt – das finden auch die Vertreter der Gemeinde Dörzbach, der örtlichen Feuerwehr und des Edeka-Marktes Geiger: (von links) Christian Hilbert, Projektleiter der Firma „Jeder Tropfen zählt“, Bürgermeister Andy Kümmerle, Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis, Initiator Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH sowie Andreas Reise von Veolia (Sechster von rechts). © Elisabeth Englert

Quelle: Fränkische Nachrichten, von Elisabeth Englert

Dörzbach. „Jeder Tropfen zählt“ – dieses Projekt zur Sammlung und Verwertung von Speiseöl und -fetten geht im Hohenlohekreis in die zweite Runde. Nach Öhringen wurde nun auch Dörzbach mit einem Sammelcontainer ausgestattet. „In der Jagsttalgemeinde wollen wir sehen, ob das Projekt auch hier in ländlichen Regionen ebenso gut ankommt wie beim Pilotversuch in der Großen Kreisstadt Öhringen“, erklärt Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis.

Hierbei können alle Bürger Ölreste aus Konserven oder übriggebliebenes Bratfett abgeben und dazu beitragen, dass aus ihrem Altfett umweltfreundlicher Bio-Kraftstoff gewonnen werden kann.

Umständlich? Mitnichten, denn ab sofort finden alle Haushalte eine 1,2 Liter fassende, grüne Plastikflasche vor ihrer Haustüre, die dann mit Resten befüllt am Automaten auf dem Parkplatz vom Edeka-Markt Geiger abgegeben werden kann. „Man muss dahin gehen, wo die Menschen sind“, unterstreicht Damm den frequentierten Standort des Automaten, denn so eine kleinteilige Sammlung müsse von den Menschen gelebt werden. Bei einem Landkreis von über 100 000 Einwohnern komme ordentlich was zusammen, darum müsse man das Thema von unten anschieben.

Er übermittelte auch die Grüße von Umweltstaatssekretär Andre Baumann, denn auch in Stuttgart habe man die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Altspeisefette und -öle landeten viel zu oft im Küchenabfluss und könnten somit Verstopfungen im Kanalnetz oder Störungen in den Kläranlagen verursachen. Darüber hinaus stehe das energiereiche Material für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung nicht mehr zur Verfügung. Daher werde der Versuch mit großem Interesse verfolgt. Sollte diese Sammlung aus privaten Haushalten erfolgreich verlaufen, werde dieses System viele Nachahmer im Land finden, ließ der Staatssekretär durchblicken. Christian Hilbert von der Firma „Jeder Tropfen zählt“ freut sich über den erfolgreichen Start in Öhringen, bei dem in den ersten sechs Monaten 200 Gramm pro Kopf gesammelt wurden. Damit liege man über dem Durchschnitt. Wichtig sei, dass das System „zum Bürger kommt und einfach ist.“

Ob Panadereste im Bratfett, Kräuterreste im Olivenglas oder Reste aus der Konservendose mit den Ölsardinen – schlichtweg alles dürfe in die Sammelflasche gefüllt werden, um dann mechanisch „aufbereitet und upgecycelt“ zu werden. Was im europäischen Ausland schon seit langem gang und gebe sei, wurde für Deutschland kompatibel angepasst durch die Mehrwegsammelflaschen. Somit komme das System zu den Verbrauchern, legt Hilbert dar.

Klar, dass dieses nicht ohne Partner wie Familie Geiger vom Edeka-Markt auskomme, die dankenswerterweise den „autarken und intelligenten Automaten“ auf ihrem Parkplatz aufstellen ließ. Die befüllte Kunststoffflasche könne am Sammelbehälter abgegeben werden, der dann im Gegenzug eine saubere, leere Flasche ausgebe.

Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Engergie-Direkt Hohenlohe GmbH, Bio-Kraftstoff-Pionier im Hohenlohekreis und Initiator dieses Projekts betont die immer stärker werdende Regionalität bei der Energiegewinnung, gerade vor der aktuellen geopolitischen Lage. „Jede neue Sammelstelle trägt dazu bei, dass aus bestehenden Rohstoffen Kraftstoff hergestellt werden kann.“ Dieses belaste die Umwelt bis zu 90 Prozent weniger mit Kohlenstoffdioxid als fossiler Diesel. „Diese Möglichkeit müssen wir nutzen“, bekräftigt er sein Engagement und freut sich über die bislang positiven Rückmeldungen. Damit habe man nicht gerechnet.

Auch Veolia, ein seit Jahrzehnten global agierendes Unternehmen, das sich für ökologische Transformation stark macht, ist als neuer Projektpartner mit von der Partie und betrachtet dieses Vorhaben als „wichtigen Innovationsbaustein“, denn hier liege eine Ressource, die zu wenig genutzt werde, erklärt Andreas Reise, Betriebsleiter des Standorts in Bretzfeld. „Jeder Tropfen zählt“ passe als Klimaschutzprojekt ideal zur Firmenphilosophie. Daher werde er dieses Projekt im Landkreis mit Freude und Tatkraft unterstützen. „Da haben Sie die richtige Gemeinde ausgewählt“, schmunzelt Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle und ist überzeugt, „dass viele mitmachen.“ Das Projekt mache deutlich, wie leicht sich Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Alltag jedes Einzelnen integrieren lasse. Ausdrücklich dankt er der Feuerwehr, speziell der Jugendwehr, die das Verteilen der Sammelflaschen an die Privathaushalte übernehme. Nun könne fleißig gesammelt werden, denn „wir sind so erfolgreich wie Öhringen“, legte der Rathauschef die Messlatte für seine Bürger augenzwinkernd hoch.

Altes Speiseöl: Sammlung bald in ganz Fürth

Foto: Hofft auf rege Beteiligung: Antonius Kaiser vom Amt für Abfallwirtschaft, hier am Altspeiseöl-Sammelautomatien in Ronhof. (Foto Armin Leberzammer)

Das auf der Hardhöhe erprobte Projekt wird auf
das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt. Jeder Haushalt bekommt eine Flasche zur Aufbewahrung.

Von Armin Leberzammer

Auf der Hardhöhe kennen die Bürger die Sammelautomaten für Altspeiseöl bereits seit 2018. Ab kommende Woche werden nun peu a peu alle anderen Stadtteile mit dann insgesamt 16 Sammelstellen ausgestattet. Parallel erhält jeder der rund 68 000 Haushalte jeweils eine Flasche, in der Speiseöl, -fette oder Margarine für die Entsorgung aufbewahrt werden können.

„Bis Mitte Juli werden wir diese Behälter in ganz Fürth verteilt haben, beginnend von Norden nach Süden”, kündigt der zuständige Projektbeauftragte beim Amt für Abfallwirtschaft, Walter Egelseer, an. Er freue sich, dass das „bewährte Projekt” von der Hardhöhe nun bald auf alle Stadtteile ausgeweitet wird. Möglich wurde dies dank einer Förderung durch das Bundesumweltministerium: Für Fürth gab es laut Amtsleiter Antonius Kaiser 400000 Euro als Investitionshilfe.

Auch die Stadt Erlangen, mit der man bereits zuvor bei der Altspeiseölsammlung kooperierte, wurde von der Bundesregierung mit Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) bedacht. Entsprechend lautet der Slogan, mit dem die Bürger beider Städte zum Sammeln motiviert werden sollen, denn auch „Kraftstoff FÜ-ER das Klima”.

Als hochenergetischer Sekundärrohstoff helfe Altspeiseöl durch die Zweitnutzung als Biokraftstoff Ressourcen zu schonen und C02 einzusparen. Aus einer Flasche des nicht mehr verzehrbaren Lebensmittels könne demnach Treibstoff erzeugt werden, der für 20 Kilometer Fahrt reiche.

Bis es so weit ist, müssen die Fette und Öle aus Fürth und Erlangen jedoch erst einmal für die weitere Verarbeitung vorbereitet werden. Dies übernimmt die „Jeder Tropfen zählt” GmbH aus Thalmässing im Landkreis Roth, die zudem neben der Entleerung der Automaten auch Großverbraucher in der Gastronomie mit eigenen Sammelkonzepten bedient. Somit werde auch bei der Entsorgung auf Ressourcenschonung geachtet, betont Antonius Kaiser.

Denn die Automaten meldeten zwar per Mobilfunk selbstständig, wenn sie zu 80 Prozent voll sind. ,,Sie
werden aber bestimmt nicht einzeln angefahren, um entleert zu werden, sondern immer in einer größeren Runde”, so Kaiser. Mit Strom versorgt werden die Sammler übrigens über Solarpanels auf dem Dach.

700 Gramm pro Person

Zusammen mit den Flaschen erhalten die Bürger demnächst auch Informationen, was genau in die Flaschen darf und was nicht. Wer den vollen Kunststoffbehälter später in den Automaten stellt, erhält etwa 20 Sekunden später einen sauberen zurück.

Bis Ende Juli stehen neben den Automaten übrigens noch Tonnen, in denen jene Fürther ihre Flaschen
zurückgeben können, die nicht mitmachen wollen oder können.

Antonius Kaiser und Walter Egelseer hoffen jedoch auf möglichst große Beteiligung der Menschen.
„Mittelfristig peilen wir pro Bürger und Jahr einen Sammelertrag von 700 Gramm an”, so Egelseer. Auf der Hardhöhe habe man dieses Ziel schon fast erreicht. ,,Das zeigt, dass das System angenommen wird.”

Aus der Küche in den Tank

Foto: Beim Start der Sammelaktion in  hringen im Oktober 2021 (v. l.): Hubert Zenk (Jeder Tropfen zählt); Sebastian Damm (Leiter Abfallwirtschaft Hohenlohekreis); Dr. Matthias Neth (Landrat Hohenlohekreis) Thilo Michler (Oberbürgermeister Große Kreisstadt Öhringen) und Roland Weissert (EDi Energie-Direkt Hohenlohe).

Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen können eine wertvolle Ergänzung sein.

Quelle: Brennstoffspiegel + Mineralölrundschau

Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen können eine wertvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, die CO2-Emissionen im Verkehr zu senken. Für mittelständische Energiehändler sind sie mehrfach interessant. Eröffnen sie doch eine ebenso nachhaltige Alternative für die Tankkunden wie für das eigene Geschäft. Ein Beispiel zeigt, wie das praktisch funktionieren kann.

Noch sind die Mengen klein, doch der Start ist vielversprechend. Bereits seit Ende 2018 werden im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Nachhaltigkeitsprojektes in verschiedenen bayerischen Landkreisen Altspeisefette- und -Öle gesammelt, aus denen Biodiesel hergestellt wird. Dafür hat die Firma Altfettrecycling Lesch aus Thalmässing, südlich von Nürnberg, die eigene Tochtergesellschaft unter dem Namen „Jeder Tropfen Zählt“ gegründet und ein spezielles Sammelsystem eingeführt. Im Vorfeld nahm Lesch-Geschäftsführer Hubert Zenk verschiedene solcher Systeme in Europa unter die Lupe und entschied sich schließlich für die Lösung, die inzwischen in 15 Orten in Bayern und Baden-Württemberg umgesetzt wird. Einer davon ist  Öhringen im baden-württembergischen Hohenlohe kreis. Die Partner des Projektes sind hier Jeder Tropfen Zählt, EDi Energie- Direkt Hohenlohe und die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis. Gesammelt wird in auffällig grünen 1,2-Liter-Kunststoffflaschen, die in vier, an öffentlichen Orten in Öhringen verteilten Automaten abgegeben und gegen eine leere Flasche getauscht werden können. EDi-Chef Roland Weissert erinnert sich noch gut an den Oktober des vergangenen Jahres: „Als erstes mussten wir jeden Haushalt mit einer Sammelflasche versorgen – ein echter Kraftakt“, lacht er. „Ohne die Jugendfeuerwehr Öringen wäre das wohl nicht gelungen. Doch die jungen Leute waren mit großer Freude dabei und fanden es toll, das Umweltprojekt tatkräftig zu unterstützen.“

Nach einem knappen Vierteljahr lag im Januar das erste Sammelergebnis vor: 2.600 kg Altspeisefette. Das hört sich nach wenig an. Doch was für Roland Weissert viel mehr zählt, ist die Begeisterung der Öhringer und die große Bereitschaft mitzumachen und einen konkreten Beitrag zu leisten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Erleichtert wird das durch das einfache, sichere und saubere Sammelsystem. Immer mehr beteiligen sich hier, einfach weil es bequem ist und gleich einen zweifachen Nutzen hat. Das Altspeisefett landet nicht mehr im Ausguss, wo es zu Verstopfungen führen könnte und es muss auch nicht umständlich zum Recyclinghof gebracht werden. Gleichzeitig wird es einer sinnvollen Wiederverwendung zugeführt. „So haben die Leute ein Problem weniger und noch ein gutes Gefühl dabei“, sagt Weissert.

Potenzial ist groß

Sicher gibt es gewisse Streuverluste. Nicht jeder nutzt die praktischen Flaschen auch wirklich zum Sammeln von Altspeisefett und nicht alle Behälter landen wieder im Automaten. Doch eines kann Hubert Zenk, der Geschäftsführer von Jeder Tropfen Zählt, mit Sicherheit sagen: „Die Qualität des Sammelgutes ist erfahrungsgemäß sehr gut. Es gibt kaum Fehlwürfe oder Verunreinigungen. Auch im Vergleich zur gewerblichen Sammlung liefern Haushalte hochwertige Altspeisefette. Denn während beispielsweise das Öl in einer professionellen Fritteuse über eine längere Zeit im Einsatz ist, wird es im Haushalt in der Regel nur einmal verwendet. Bisher sind 50 Automaten in Betrieb, wie Zenk berichtet. In den vergangenen zwei Jahren wurden schon etwa 90 Tonnen gesammelt und die Mengen nehmen kontinuierlich zu. Als nächste Projekte stehen Erlangen und Fürth an. Nach Zenks Einschätzung könnten in 2022 so 500.000 bis 700.000 Bürger in die Sammlung einbezogen werden. “Wenn sich die Leute daran gewöhnt haben, ihr Altspeisefett zu sammeln, wird auch die Quote steigen“, ist er sich sicher. „Derzeit lassen sich etwa 500 Gramm pro Person und Jahr sammeln. In manchen Orten sind es schon 700 Gramm.“ Seine Prognose ist durchaus begründet. Denn Deutschland hängt im europäischen Vergleich bei der Sammlung von Altspeiseölen hinterher – und das obwohl man hierzulande Vorreiter beim Klimaschutz sein will. In Spanien, Italien, Frankreich, Holland, Österreich oder Belgien wird schon viel mehr gesammelt und wiederverwertet.

Weiterverarbeitung

In Öhringen hat die EDi Energie-Direkt Hohenlohe die Betreuung der vier Automaten übernommen. Dazu gehört die Wartung und eventuelle Störungsbeseitigung aber vor allem der Austausch der vollen gegen leere Sammel- flaschen. Die gefüllten Gebinde werden bei EDi gelagert und von Jeder Tropfen Zählt abgeholt, entleert, gewaschen und wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Firmengründer Willi Lesch hat schon 1992 als erster auf dem Markt ein Verfahren zur umweltschonenden und chemiefreien Aufbereitung von Altspeisefett entwickelt. Mit der Gründung der AFRA Altfettrecycling in Austria gelang dem Unternehmen der Schritt über die deutsche Grenze hinaus nach Vorarlberg, Tirol und ins Salzburger Land. Bei Lesch wird das Altfett aufbereitet und geht anschlie end zum größten Teil an Hersteller von Biokraftstoffen, deren Produkte dann ganz normal getankt werden können – als Beimischung oder pur.

Mehrfachnutzen

Kostendeckend sind die seit ein paar Jahren laufenden Sammlungen von Altspeiseölen in Privathaushalten bis jetzt nicht. Pro Einwohner ist ein Zuschuss von etwa einem Euro erforderlich. Das summiert sich bei 100.000 Einwohnern immerhin auf 100.000 Euro im Jahr. Ein eher kleiner Betrag, wenn man den Nutzen dagegenhält, wie Roland Weissert vorrechnet.
Nach Einschätzung von Jeder Tropfen Zählt liegt das Sammelpotenzial bei 1,3 Kilogramm Altspeiseöl pro Einwohner in Deutschland. Auch wenn das noch nicht komplett erreicht wird, können aus dem, was 100.000 Einwohner zusammentragen, locker 100.000 Liter Biodiesel pro Jahr hergestellt werden. Damit lassen sich rein rechnerisch etwa 100 Mittelklasse-Pkw klimaneutral betreiben. Würden stattdessen 100 rein batteriebetriebene E-Autos gekauft, wäre der Klimaeffekt nicht anders – ohne hier über die CO2-Belastungen aus der Batterieherstellung und der Stromproduktion spekulieren zu wollen. Allerdings würde der Staat und damit der deutsche Steuerzahler für diese 100 E-Autos 600.000 Euro an Umweltbonus und Innovationsprämie ausschütten. Die könnte man beim Einsatz nachhaltiger Biokraftstoffe glatt einsparen und dennoch die Emissionsziele für den Verkehr erreichen. Hinzu kommt: Werden die Biokraftstoffe beigemischt zum klassischen Kraftstoff, unterliegen sie der Mineralölsteuer. Beim Diesel sind das rund 47 Euro pro Liter. 100.000 Liter Biokraftstoff bringen dem Staat damit rund 47.000 Euro Steuereinnahmen, plus Mehrwertsteuer, die beim E-Auto wegfallen. Unterm Strich sind wir schon bei diesem Beispiel bei rund 550.000 Euro Kostenvorteil für die Allgemeinheit. Nun könnte man einwenden, dass die finanziellen Vorteile sich in der kommunalen Kasse nicht direkt auswirken, die Kosten schon. Die müssten nach dem Ende der gef rderten Sammelaktion über die Abfallgebühr umgelegt werden. Allerdings: Ein kleiner Betrag für einen guten Zweck. Weissert ist schon gespannt, wie die Entscheidung ausfällt. Aber bis dahin ist noch viel Zeit. Und so gut, wie die Resonanz ist, macht er sich da keine Sorgen. Denn die Altspeiseöl-Sammlung hat noch ein weiteres fiskalisches Argument auf ihrer Seite: 100.000 Liter gesammeltes Öl fließen nämlich mit Sicherheit nicht in die Kanalisation und richten dort keine m glicherweise teuren Schäden an. Das lässt sich zwar schwer in konkrete Zahlen fassen, ist aber für die Kommune nicht ganz uninteressant. Laut einer Studie
der niederösterreichischen Regierung aus dem Jahr 2016 verursacht jeder Liter Speiseöl in Ausguss oder WC geleert im Schnitt etwa Folgekosten von 70 Cent. Gesamtgesellschaftlich rechnet sich die nachhaltige Nutzung von Altspeisefetten als Kraftstoffalternative also auf jeden Fall. Erst recht vor dem Hintergrund, dass in Deutschland insgesamt rund 100.000 Tonnen Altspeiseöl gesammelt werden und damit etliche der 30 Millionen Verbrenner betrieben werden könnten, die es auch 2030 noch auf deutschen Straßen gibt. Schließlich hat der Biodiesel eine über 90 Prozent verbesserte CO2-Anrechung im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Ganz abgesehen von den großen Zahlen: „Was jedem einleuchtet, mit dem wir in den vergangenen Monaten gesprochen haben ist, dass man mit 1,2 Liter Altspeisefett etwa 20 Kilometer weit fahren kann“, sagt Weissert.

Starke Motivation

Dennoch bleibt die Frage, warum sich ein Energiemittelständler beim Einsammeln von Altspeisefett engagiert. „Dazu muss man schon in gewissem Maße ein Überzeugungstäter sein“, schmunzelt Weissert. Die Kosten bucht er auf das Konto Marketing und Geschäftsentwicklung. Und er ist überzeugt: „Das ist gut angelegtes Geld.“ Roland Weissert ist schon lange ein Fan von nachhaltigen Energieträgern, vor allem von treibhausgasreduzierten Kraftstoffen. Die verkauft er mit Erfolg an seinen eigenen Tankstellen sowie an gewerbliche Kunden und mehrere seiner Firmenfahrzeuge sind mit HVO bzw. GTL unterwegs. Da passte das Sammelprojekt hervorragend ins Konzept. Er sieht in der Altspeiseöl-Sammlung auch einen wichtigen Baustein, um der Teller-Tank-Diskussion und der Anforderung, dass Anbaubiomasse nicht als Kraftstoff verfahren werden soll, etwas entgegenzusetzen. „Wenn wir als Mittelständler nicht aktiv an unserer Zukunft bauen, werden wir keine haben. Ein anderer macht das nicht für uns“, so sein Credo.

Wie weiter?

Deshalb liegt ihm viel daran, die Sammelaktion auf den gesamten Hohenlohekreis auszudehnen und nach und nach immer mehr Mengen auf diese Weise zu generieren. Hubert Zenk von Jeder Tropfen Zählt, freut sich über die enge Partnerschaft, die sich in  Öhringen entwickelt hat. „Ohne solche Unterstützung aus dem Mittelstand kommen wir nicht voran.“ Wer sich hier ernsthaft einbringen will, kann sich gern bei ihm melden. Bisher sind Erweiterungen der Sammelaktionen schwerpunktmäßig in Süddeutschland geplant. Aber das muss nicht so bleiben.”

Wohin mit altem Fett in Haßbergler Küchen? CSU will es künftig recyclen

Foto: Martin Sage. Nicht mehr in den Bio- oder Restmüll, nicht mehr in die Spüle oder ins Klo. Die CSU Kreistagsfraktion will ein Recyclingsystem für Altfett und Speiseöl im Landkreis Haßberge einführen.

Fraktionsvorsitzender Steffen Vogel spricht von einer wichtigen Ressource, die der Landkreis Haßberge bis dato überhaupt nicht nutzt. Und von Umweltschutz.

Quelle: Mainpost, Martin Sage

Geht es nach dem Willen der CSU-Kreistagsfraktion, dann bekommt schon bald jeder private Haushalt im Landkreis ein Sammelbehältnis für Speiseöle und Altfette aus Fritteuse, Pfanne oder Lebensmittelglas. Die Abfälle sollen recycelt werden, statt bisher in der Bio- oder Restmülltonne oder gar in der Kanalisation zu verschwinden. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in naher Zukunft dem Kreistag zur Entscheidung vorlegen. In einer Pressemitteilung vom Freitag hat CSU-Kreisvorsitzender Steffen Vogel diese Redaktion über die Pläne in Kenntnis gesetzt. Aus dem Schreiben ergibt sich folgendes Bild:

Warum soll das Altfett gesammelt werden?

Einerseits enthalten Altfette oder gebrauchte Speiseöle viel Energie, die noch genutzt werden kann, beispielsweise in Biogasanlagen für die Gewinnung von Strom und Wärme. “Mit 1,2 Liter altem Fett aus der Fritteuse, der Pfanne oder dem Olivenglas kann Biodiesel für zirka 20 Kilometer erzeugt werden”, bringt Vogel in der Pressemitteilung ein weiteres Beispiel für das bisher ungenutzte Potenzial.

Andererseits lässt sich durch die Fett- und Ölsammlung das Restmüllaufkommen verringern: Ein wichtiger Umstand angesichts der Tatsache, dass die Menschen im Landkreis Haßberge zuletzt wieder mehr Restmüll produziert haben.  Und die Kanalisation wird entlastet. Bislang empfiehlt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises die Entsorgung über die Bio- oder Restmülltonne. Mancher Zeitgenosse schüttet Öle und heiße Fette aber in die Spüle oder Toilette, von wo sie in die Kanalisation gelangen – und die Umwelt belasten.

Wie stellt sich die CSU das Sammelsystem vor?

MdL Steffen Vogel will jeden Haushalt mit einem 1,2-Liter-Sammelbehältnis ausstatten, “in das Fett mit bis zu 70 Grad Celsius eingefüllt werden kann”, wie er in der Pressemitteilung erläutert. An Schlüsselstellen im Landkreis, vor allem in Einkaufsmärkten, stünden dann Automaten, an denen die Bürgerinnen und Bürger “ähnlich einem Pfandsystem” die vollen gegen leere Gefäße austauschen können.

Sobald die Automaten gefüllt sind, werden die vollen Behälter zur Aufbereitung abgeholt. Ein Spezialunternehmen befreit das Fett durch Filterung von Reststoffen wie Paniermehr oder Kräuter und trennt Fette und Öle durch Zentrifugieren und Temperieren. Die so entstandenen Rohstoffe könnten dann wiederverwertet werden, verkündet die CSU.  Genutzt werde das Altfett dann in der Kosmetikindustrie, in der Biodieselherstellung oder im Blockheizkraftwerk. Kreisvorsitzender Vogel verspricht einen Aufbereitungsprozess ohne Chemikalien, mithin die Schonung der Umwelt.

Wer soll sich um das Recycling von Fett kümmern?

Die CSU Haßberge strebt eine Kooperation mit dem dem Unternehmen “Altfettrecycling Lesch” mit Sitz in Thalmässing (Landkreis Roth, Mittelfranken) an, laut Vogel dem bisher einzigen Anbieter eines solchen Sammelsystems. Lesch ist Spezialist für Altfettverwertung aus der Gastronomie; seit 2018 kümmert sich der Entsorgen jedoch auch um Fette aus privaten Haushalten und verarbeitet sie zu Biodiesel.

Wie dem Internetauftritt der Firma zu entnehmen ist, können seit besagtem Jahr Bürgerinnen und Bürger aus Erlangen, Fürth und im Landkreis Roth die gebrauchten Speisefette an den Sammelautomaten von Lesch abgeben. Auf der Homepage sind große grüne Sammelautomaten zu sehen, ähnlich den Pfandflaschenautomaten, jedoch versehen mit dem Motto: “Jeder Tropfen zählt”. Die 1,2-Liter-Sammelbehälter von Lesch sind ebenfalls grün, sie ähneln in der Form größeren Plastiktrinkflaschen mit Schraubverschluss.

Was soll die Aktion kosten?

In der CSU geht man von Kosten in Höhe von rund 80 000 Euro im Jahr aus. “Umgerechnet ist das ein Euro pro Landkreisbürger, dies ist für den Mehrwert des Systems ein mehr als angemessener Betrag”, erklärt Vogel in dem Schreiben an die Presse.

Und wie soll es nun weitergehen?

Die CSU-Kreistagsfraktion will das Thema Altfettrecycling bei der Arbeitstagung des Kreisumwelt- und Werkausschusses im März behandeln, sprich den Ausschussmitgliedern das System im Detail vorstellen. Und dann hofft Vogel auf eine schnelle Entscheidung im Kreistag.

Der erste Sammel-Landkreis in ganz Deutschland

Foto: Auf dem Parkplatz des Wenden-Centers in Wendelstein steht der erste Sammelautomat im Kreis Roth außerhalb der ILE-Kommunen. Hubert Zenk, Heiko Lesch (von links), Landrat Herbert Eckstein (rechts) und Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans freuen sich über die Ausweitung der Aktion. | Foto: Luff

Thalmässinger Firma Lesch rüstet alle 16 Kommunen im Landkreis Roth mit Altfett-Automaten aus

Quelle: Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier

Thalmässing/Wendelstein – Am Thalmässinger Wesen soll die Umwelt genesen. Nein, das ist wohl ein wenig übertrieben. Aber dass die Altfett-Sammelaktion, die das Thalmässinger Recycling-Unternehmen Lesch ins Leben gerufen hat, dabei hilft, klimaschädliches CO2 einzusparen, ist unbestritten. Was in den Städten Greding, Heideck und Hilpoltstein sowie den Gemeinden Allersberg und Thalmässing seit Jahren erprobt ist – das Sammeln von Altfett in Privathaushalten -, kommt jetzt auch im Rest des Landkreises an. Den Anfang macht Wendelstein.

“Durch die fünf Erprobungsgemeinden war es für alle leichter”, sagt Landrat Herbert Eckstein (SPD) bei der Inbetriebnahme des ersten Sammelautomaten ausgerechnet in seiner Heimatkommune. Nach ein paar Diskussionen ließen sich die Kreisräte letztlich überzeugen. 250000 Euro investiere der Kreis über drei Jahre, so Eckstein. Bei Müllgebühren in Höhe von zwölf Millionen falle das kaum ins Gewicht, außerdem “muss man das unter dem Gesichtspunkt der Abfallvermeidung sehen”. Hinzu kommt, dass beispielsweise der Ruppmannsburger für seine Abfallbeseitigung ohnehin nur die Hälfte dessen bezahlt, was einen Steinwurf entfernt der Haushalt in Wengen löhnen muss – der Kreis Weißenburg-Gunzenhausen entsorgt seinen Müll weitaus teurer.

Zahl der Automaten wird verdreifacht

Statt der bislang 9 Sammelcontainer in den südlichen Gemeinden – inklusive einem am Landratsamt – stehen nun bald 27 im Landkreis. “Bis Mitte Dezember” sei es so weit, prognostiziert der Geschäftsführer von “Jeder Tropfen zählt”, Hubert Zenk. Die Firma ist mittlerweile ein eigenständiges Un-ternehmen unter dem Dach der Altfett-Recyclingfirma von Heiko Lesch. 

Werner Langhans (CSU), der Bürgermeister von Wendelstein, lässt sich von Zenk derweil haarklein den Automaten erklären. 200 Behälter in einer Größe von 1,2 Litern enthalte der, so Zenk. Die nächste Generation werde schon keine Batterie mehr haben, die Technik werde dann mittels eines Solarpaneels mit Strom gespeist. Der kleine Behälter enthalte mittlerweile 20 Prozent schon recyceltes Plastik, sagt Zenk, Nachhaltigkeit werde großgeschrieben. “Wir lernen immer noch dazu.”

Mit jedem Automaten, der an einem gut frequentierten Platz – etwa bei einem Supermarkt – aufgestellt wird, werde auch ein Automatenpate gesucht so Zenk. Tritt einmal eine Störung auf, beispielsweise weil jemand einen unpassenden Behälter hineingestopft hat, bekomme er eine elektronische Meldung und könne dann den Paten informieren. Auch wenn der Automat zu 80 Prozent voll ist, wird die Firma elektronisch benachrichtigt. Bald darauf macht sich ein Lesch-Lastwagen auf den Weg.

Zu Beginn verteilt die Thalmässinger Firma an jeden Haushalt einen der markanten grünen Behälter. Im Pilotprojekt, als sich die Bürger in Hilpoltstein ihren Behälter im Rathaus abholen sollten, habe man festgestellt, dass die Sammlung weitaus besser funktioniert, wenn man von Beginn an keinen Aufwand hat, erklärt Zenk. Weitere Behälter für denjenigen, der fleißig die Fritteuse anwirft und mehr Kapazität braucht, seien im Rathaus vorrätig, ergänzt Bürgermeister Langhans. 

Ziel ist die Sammlung von bis zu 700 Gramm pro Kopf

In den Pilotgemeinden zeichne sich ab, dass heuer 530 bis 550 Gramm Altfett pro Kopf gesammelt werden, so Zenk. Das entspricht ziemlich genau der Vorgabe, die er sich selbst gesetzt hat im dritten Jahr. Im Rest des Landkreises hofft er im ersten Jahr auf eine Menge von 350 Gramm pro Nase. Längerfristig betrachtet “sind 600 bis 700 Gramm die Zielrichtung”, sagt Zenk. “Wir sind da auf einem wirklich guten Weg.” Das sei auch das Ergebnis der Evaluation gewesen. Denn das Pilotprojekt wurde von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wissenschaftlich begleitet. “Wir haben eine sehr hohe Sammelquote”, freut sich Firmenchef Heiko Lesch. Nämlich bislang das Sechsfache des Sammelergebnisses per Wertstoffhof – dort kann Altfett bislang auch schon entsorgt werden. Doch tut dies kaum jemand.

Er hoffe, dass der Landkreis Roth nun ein Beispiel gebe, so Eckstein, der Umwelt helfe es, wenn die Firma Lesch auch andernorts Aufträge akquirieren könne. Davon zeigt sich Zenk überzeugt: “Unter Abfallwirtschaftlern wird ja auch gesprochen”, der Einstieg eines ganzen Landkreises habe “Strahlkraft”. Ohnehin gebe es mit Berching und Freystadt zwei einzelne Kommunen im Kreis Neumarkt, im Hohenlohekreis und im Kreis Forchheim sei man auch schon vertreten. Weitere Verhandlungen laufen. Geschäftsführer Zenk zeigt sich optimistisch: “Im nächsten Jahr werden wir 500000 Teilnehmer haben.

Sammelleidenschaft bringt Kickertisch für Schüler ein

Marktgemeinde Thalmässing gewinnt beim ausgelobten Wettbewerb von „Jeder Tropfen zählt“ – System wird ab Herbst auf Landkreis ausgeweitet.

Von Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier/Donaukurier vom 08.09.2021

Thalmässing/Eysölden – In der Fußball-Bundesliga mag der Heimvorteil in Corona-Zeiten zu vernachlässigen sein. Wenn es umTischfußball geht, sieht die Sache offensichtlich anders aus: Die Verbraucher in der Marktgemeinde Thalmässing haben Ihren Heimvorteil offenbar genutzt – weshalb die Grundschule in Eysölden jetzt rechtzeitig vor dem neuen Schuljahr einen neuen Kicker ihr Eigen nennen darf.

Der ist der Preis dafür, dass die Kommune am meisten Spesefette und -Öle gesammelt hat, seit die Recyclingfirma Lesch diese seit Dezember 2018 sammelt. Mit Beginn des Pilotprojekts hatte das Unternehmen seinerzeit einen Wettbewerb ausgelobt zwischen den fünf beteiligten Kommunen der ILE Jura-Rothsee – neben Thalmässing sind das die Städte Heideck, Hilpoltstein, Greding sowie die Gemeinde Allersberg.

Der Sieg der Thalmässinger sei „relativ deutlich ausgefallen”, sagte Projektleiter Hubert Zenk. Weil aber auch die anderen Beteiligten nicht faul waren, lägen die Initiatoren bei der Sammelmenge „insgesamt auf der Linie, die wir uns vorgestellt hatten”. Mit 1,089 Kilogramm (kg) pro Kopf in den jähren 2019 und 2020 hat Thalmässing als einzige Kommune die Ein-Kilogramm-Marke genommen – und damit Greding (0,804 kg), Heideck (0,794 kg), Allersberg (0,701 kg) und Hilpoltstein (0,545 kg) abgehängt. Heuer steht Thalmässing mit bis 0,633 kg übrigens wieder am besten da.

Im Landkreis Roth habe man vor allem im Kreistag „sehr intensiv darüber geredet“, sagte Landrat Herbert Eckstein (SPD). „Jetzt stehen die Leute dahinter.“ Auch deshalb wird die Fettsammlung noch heuer auf den gesamten Kreis ausgedehnt.

Bürgermeister Georg Küttinger (TL) lobte die Firma Lesch, die mit dem Projekt ein finanzielles Risiko eingegangen sei. Es geben vielleicht größere Unternehmen am Markt, doch Heiko Lesch und sein Mitarbeiter Hubert Zenk hätten die Vorreiterrolle übernommen. Er gehe davon aus, dass die gemeindlichen Kläranlagen und die Leitungen entlastet werden, weil das Fett nicht mehr in den Ausguss geschüttet wird.

„Man will etwas Gutes für die Umwelt tun“, sagte Firmenchef Heiko Lesch. Das gelte nicht nur für ihn und das Recyclingunternehmen. Jeder Bürger habe die Möglichkeit sein Scherflein beitzutragen, denn mit jedem 1,2 Liter großen Sammelbehälter lasse sich Biosprit für 20 Kilometer erzeugen – „mit über 90-prozentiger CO2-Einsparung“.

Bettina Scharf, neue Rektorin der Grund- und Mittelschule Thalmässing, durfte als eine ihrer ersten Amtshandlungen den Kicker entgegennehmen. Als Eckersmühlenerin ist „Jeder Tropfen zählt“ bisher an ihr vorbeigegangen. Aber: „Das könnte in ganz Deutschland eine super Sache werden“, blickt Küttinger uziversichltich in die Zukunft. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg. Aber immerhin: „Nächstes Jahr sind schon 500 000 Bürger dabei“, sagt Zenk. HK

Altfett-Sammlung in Privathaushalten weitet sich auf ganzen Landkreis aus

Quelle: Volker Luff, Hilpoltsteiner Kurier vom 27.07.2021: https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Altfett-Sammlung-in-Privathaushalten-weitet-sich-auf-ganzen-Landkreis-aus;art596,4798398

Es ist abzusehen gewesen – und doch hat es relativ lange gedauert, bis im Landkreis Roth nun Nägel mit Köpfen gemacht worden sind: Die Sammlung von gebrauchten Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten, die im Süden des Landkreises schon seit Ende 2018 üblich ist, wird auf den gesamten Kreis ausgedehnt.

Im Herbst soll dafür der Startschuss gegeben werden. Bislang ist “Jeder Tropfen zählt” hier nur in den fünf Kommunen der ILE Jura-Rothsee bekannt, also in Allersberg, Greding, Heideck, Hilpoltstein und Thalmässing. 

Außerdem natürlich in Fürth und Erlangen: Teile der beiden Städte waren ebenfalls beim Pilotprojekt vor knapp drei Jahren dabei, dort war längst entschieden worden, die dezentrale Sammlung von Altspeisefetten und -ölen aus Privathaushalten in den markanten grünen Sammelautomaten, auf das jeweilige gesamte Stadtgebiet auszudehnen. In Erlangen ist Baiersdorf längst dabei, Bubenreuth folgt derzeit. Mit Berching und Freystadt sind – ganz frisch dabei (siehe Seite 24) – diese Automaten auch im Landkreis Neumarkt zu finden. 

Erregte Diskussionenum den Preis des Sammelns

In Roth aber hatte es im Kreisausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Wirtschaft und Regionalentwicklung vor einem Jahr auch kritische Stimmen gegeben: Reinhard Schmidpeter von der AfD beispielsweise hatte davon gesprochen, dass man die Mehrkosten, die in die Gebühren für die Abfallbeseitigung integriert werden, den Bürgern “nicht zumuten” könne. 

Genaue Zahlen nennt Hubert Zenk, der Geschäftsführer der “Jeder-Tropfen-zählt”-GmbH, nicht. Initiiert worden war das Projekt seinerzeit von der Thalmässinger Altfett-Recyclingfirma Lesch, der damalige Projektleiter Zenk ist mittlerweile Geschäftsführer der eigens gegründeten Firma. Er spricht von jährlichen Kosten von etwa einem Euro brutto pro Bürger. Der Landkreis Roth mit seiner Vorreiterfunktion bezahle diesen Preis aber nicht ganz. Anders als Fürth und Erlangen, die für die Ausweitung Fördergeld beim Bundesumweltministerium beantragt haben – “die ist aber ganz schön tricky” – verzichtet man in Roth darauf. Auch deshalb könnte die langwierige Ausgestaltung des Vertrags in der Heimat Beispielcharakter für andere Kreise und Kommunen haben, hofft Zenk. Auch weil Roth, der sich zwar mit der Entscheidung Zeit gelassen hat, jetzt aber doch der erste Landkreis sei, der das Sammelsystem “komplett auf die Fläche bringt” und somit eine Vorreiterfunktion einnimmt, “haben wir alles herausgekitzelt, was irgendwie ging”. 

Schon als das Pilotprojekt im Winter 2018 gestartet ist, war das erklärte Ziel, über kurz oder lang das ganze Land zu erobern. Alte Speisefette und -öle zum Container zu bringen, sollte so selbstverständlich werden wie die Entsorgung von Altglas. “Jeder Tropfen zählt” hat das Zeug dazu, eine solch bahnbrechende Erfolgsgeschichte zu werden, wie nicht nur die finanzielle Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zeigt. Das Unternehmen ist auf dem besten Weg: Denn mit Hausen und Heroldsbach im Landkreis Forchheim stehen laut Zenk schon die nächsten Kommunen in den Startlöchern, im Herbst solle ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg – erstmals jenseits der bayerischen Landesgrenzen – starten. 

Populärer Klimaschutzunterstreicht Wichtigkeit

“Das Thema wird wichtiger angesehen als noch vor einem Jahr”, resümiert Zenk. “Es ist keine teure Geschichte”, findet er. Alles hänge von der Einstellung der Politik ab. Trotz dieser politischen Frage “fallen wir unter das Abfallrecht” – das erkläre, warum der Erfolg nicht noch schneller komme, zeigt er sich überzeugt. Denn angesichts der Tatsache, dass aus dem alten Öl vor allem Biosprit werde, sei auch die Verkehrspolitik involviert. Und nicht zuletzt die Klimaschutzpolitik. So lange die Autoflotte auf den Straßen sich nicht grundsätzlich verändere – also mehr Autos mit Elektroantrieb oder anderen alternativen Formen benutzt werden -, “kann der Minister nichts liefern”, so Zenk. Einzig durch ein anderes Mischungsverhältnis im Brit lasse sich die CO2-Bilanz aufpolieren. 1,2 Liter Altspeisefett – das ist das Volumen eines Sammelbehälters – lassen sich nach Firmenangaben im Verlauf des Upcylingprozesses zu einem nachhaltigen Biokraftstoff veredeln, mit dem ein Auto rund 20 Kilometer zurücklegen kann. Dass mit dem Recyceln auch Abflussrohre und Kläranlagen geschont werden, da das alte Öl nicht mehr in den Ausguss gekippt wird, wird somit fast zum Nebeneffekt. 

Welches Mengenpotenzial im Sammelsystem steckt, unterstreichen Zahlen aus dem – bald – Vorreiterlandkreis Roth: Bevor das Thalmässinger Unternehmen die Sammlung in die Hand genommen hat, waren es rund vier Tonnen Altfett gewesen, die die Bürger in den Wertstoffhöfen des Kreises Roth, dem Kreisbauhof in Abenberg oder in verschiedenen Kläranlagen abgegeben haben. 2019/20 registrierte die Firma Lesch allerdings allein in den fünf ILE-Gemeinden rund 15,5 Tonnen, die in den Containern zusammengekommen waren. Hubert Zenks Resümee: “Das Sammelsystem funktioniert und die Haushalte machen mit. “HKVolker Luff

Hilpoltsteiner Kurier: Landkreis lässt sich Zeit bei Vorbildprojekt – “Jeder Tropfen zählt”: In Roth gibt es noch keinen Beschluss über Ausweitung des Fettsammelns

Bild: Das Dreieckige mit rundem Deckelmuss ins Viereckige: In den fünf hiesigen ILE-Gemeinden ist der Fett-Sammelbehälter samt Container bereits bekannt. Im Rest des Landkreises Roth aber lässt die Recyclingmöglichkeit noch auf sich warten. | Foto: Luff

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier vom 09.04.2021, https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Landkreis-laesst-sich-Zeit-bei-Vorbildprojekt

Thalmässing – Erst waren es drei Stadtteile von Erlangen, einer in Fürth und nicht zuletzt natürlich die fünf Kommunen der ILE Jura-Rothsee: Allersberg, Greding, Heideck, Hilpoltstein und Thalmässing. Seit November 2018 können überall dort die Verbraucher ihr altes Speisefett und Speiseöle in kleine, grüne Behälter geben und – wenn diese voll sind – gegen leere Exemplare an Containern eintauschen. Ein Sammelsystem ähnlich dem Altglas hat die Thalmässinger Recyclingfirma Lesch installiert. Den Vorbildcharakter unterstrich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit ihrer Förderung. Von Beginn an war geplant, das anfängliche Pilotprojekt möglichst auszuweiten und im Idealfall die flächendeckende Sammlung zu etablieren. 

Das geschieht auch peu à peu. So wird die Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt ab Mai an dem Projekt “Jeder Tropfen zählt” teilnehmen, wie Hubert Zenk, der zuständige Projektleiter der Firma Lesch vermeldet. Die Städte Erlangen und Fürth haben eine Ausweitung der Sammlung auf die gesamten Stadtgebiete beschlossen. Die Einführung der Sammelaktion in Baiersdorf sei ein neuerliches Pilotprojekt, sagt Zenk, angelegt auf zwei Jahre. Gewöhnlich sei die Abfallwirtschaft nämlich beim Landkreis angesiedelt, wenn es sich nicht um eine große, kreisfreie Stadt handelt. In dieser gut 8000 Einwohner zählenden Kommune in der Mitte von Nürnberg und Bamberg ist das anders. Und genau das erfordert in der Vertragsgestaltung Besonderheiten. Zenk zufolge hätten auch andere Kommunen Interesse bereits angemeldet. 

Wer in dem Reigen der festen Vertragspartner noch fehlt, ist mit dem Landkreis Roth ausgerechnet der Kreis, aus dem die Idee des Fettsammelns stammt. Geredet wird zwar schon seit fast einem Jahr darüber, die Sammlung auf das gesamte Kreisgebiet auszuweiten, etwas Handfestes geschehen ist aber nicht. Er sei optimistisch, dass es in Roth weitergehe, sagt Zenk. Man arbeite bereits an einem Vertragsentwurf. Allerdings gebe es keinen entsprechenden Beschluss des Kreistags, das mache die Situation “schwierig”. 

Der Projektleiter zeigt Verständnis: “Corona beherrscht derzeit viel”, sagt Hubert Zenk. Eine freiwillige Leistung wie das Sammeln von Fetten und Speiseölen sei da nicht unbedingt ganz vorne auf der Prioritätenliste zu finden. “So etwas ist gewünscht”, sagt Zenk über die politische Großwetterlage im Land. Nicht umsonst sitze die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit im Boot. 

Das Konzept besticht: Aus gebrauchtem Bratfett oder dem Öl von eingelegten Oliven, auch aus abgelaufener oder verdorbener Butter oder Margarine kann Biokraftstoff hergestellt werden. Zudem findet der Stoff in der Kosmetikindustrie Verwendung. 1,2 Liter Altspeisefett – das ist das Volumen eines Sammelbehälters – lassen sich nach Firmenangaben im Verlauf des Upcyclingprozesses zu einem nachhaltigen Biokraftstoff veredeln, mit dem ein Auto rund 20 Kilometer zurücklegen kann. 

Ein weiterer Vorteil kommt vor allem den Kommunen zugute, in deren Abwasserrohre und Kläranlagen das Fett oftmals ankommt, wenn es beispielsweise in flüssiger Form in den Ausguss gekippt wird und danach erkaltet und fest wird. Verstopfte Pumpen und erhöhte Reinigungszyklen der Kläranlagen sind mögliche Folgen. Das aber geht ins Geld. Die Alternative, das Fett etwa in den Wertstoffhöfen des Kreises Roth, dem Kreisbauhof in Abenberg oder verschiedenen Kläranlagen abzugeben, nimmt fast kein Verbraucher wahr. 

Anders bei der aus Thalmässing initiierten Sammelaktion: Im vergangenen Jahr sind fast 29000 Kilogramm Altfett mit der Aktion gesammelt worden – das sind bereits 40 Prozent mehr als noch 2019. Die Testregion Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Greding und Thalmässing komme mittlerweile auf eine Sammelquote von einem halben Liter pro Kopf. “Die Leute nehmen es an”, schlussfolgert Hubert Zenk. Die fleißigsten Sammler im südlichen Landkreis Roth sind im Übrigen die Thalmässinger: Sie schafften 0,57 Liter pro Kopf. 

HK, Volker Luff

Thalmässing und Heideck ringen um Spitzenplatz

“Das Sammelsystem funktioniert”: Altfett-Recyclingfirma Lesch zieht zufrieden Zwischenbilanz über Pilotprojekt

Quelle: Donaukurier vom 05.07.2019, Author: Volker Luff,
https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Thalmaessing-und-Heideck-ringen-um-Spitzenplatz

Thalmässing/Hilpoltstein (HK) Auf nicht ganz eineinhalb Jahre ist der Pilotversuch angelegt, den die Thalmässinger Recyclingfirma Lesch in den fünf Kommunen der ILE Jura-Rothsee sowie in Teilen von Fürth und Erlangen durchführt – jetzt ist Halbzeit für die Sammlung von Altfetten und -ölen in Privathaushalten unter dem Motto “Jeder Tropfen zählt”.

Der Projektleiter Hubert Zenk zieht nach den ersten Erfahrungen erfreut Zwischenbilanz. “Für uns steht bereits heute fest: Es besteht großes Sammlungspotenzial, wenn man umweltbewussten Haushalten in Deutschland ein modernes Sammelsystem anbietet. “

Insgesamt sind laut Zenk bereits mehr als neun Tonnen gebrauchte Speiseöle in den Pilotkommunen gesammelt worden. Mit dieser Menge könnte ein Auto vier Mal um die Erde fahren – mit um 90 Prozent geringeren CO2-Emissionen. Das bisherige Ergebnis lasse erwarten, dass die für den Pilotzeitraum gesteckten Zielmengen sehr wahrscheinlich übertroffen werden, so Zenk.

Der Blick aufs Detail verrät aber noch viel mehr. Zum Beispiel, dass die Menschen umso fleißiger sammeln, je ländlicher ihr Wohnort ist. Erlangen beispielsweise schneidet so schlecht ab, dass man dort laut der Firma Lesch nicht unbedingt sieben Sammelautomaten benötigen würde. Dennoch sind hier bislang immerhin rund 1,8 Tonnen zusammengekommen. Deutlich besser läuft es in Fürth mit einer Altfettmenge von vor-aussichtlich 400 Gramm pro Person und Jahr. Das Ziel waren ursprünglich lediglich 350 Gramm. In der Kleeblattstadt habe eine umfangreiche Plakataktion fürs Sammeln geworben, sagt Zenk. Zudem habe die Verteilung der grünen Behälter durch Mittelschüler große Aufmerksamkeit erzeugt.

Dass das leichte Erhalten der Behälter die Sammelmenge stark beeinflusst, lässt sich an Hilpoltstein beobachten: Hier mussten und müssen die Menschen ihre erste Dose in der Stadtverwaltung abholen, danach erhalten sie wie in allen anderen Orten Ersatz am Sammelautomaten – eine saubere, leere für eine volle. In den anderen vier ILE-Kommunen wurden die Behälter anfangs verteilt. Bisher seien in Hilpoltstein schon über 2600 Behälter von Bürgern abgeholt worden, so Zenk, wohl rund ein Drittel der Haushalte beteilige sich somit an der Sammelaktion. Es lasse sich deshalb eine zeitliche Verschiebung beobachten, “wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte und den Folgejahren größere Sammelmengen als bisher”. Die gesammelte Menge pro Haushalt, der mitmacht, liege auf dem Niveau der anderen ILE-Kommunen.

Diese liegen allesamt jenseits der angestrebten 350 Gramm. pro Einwohner und Jahr. Sammel-Spitzenreiter sind bisher die Stadt Heideck und der Markt Thalmässing mit hochgerechneten Jahresmengen von mehr als einem halben Kilogramm pro Einwohner. Ginge es exakt so weiter wie bisher, würde sich nach einem ganzen Jahr Heideck die Krone aufsetzen – mit 580 Gramm, knapp vor Thalmässing (564 Gramm), danach folgten Greding (470 Gramm) und Allersberg (376 Gramm). Hilpoltstein läge zwar mit 162 Gramm abgeschlagen auf dem letzten Platz – noch weit hinter Fürth (429 Gramm) und Erlangen (304 Gramm) -, würde mit seiner anderen Verteilung der Behälter aber wichtige Hinweise für das Pilotprojekt liefern.

Dort, wo die kleinen, grünen Sammelbehälter verteilt worden sind, rechnet Hubert Zenk bei vorsichtiger Schätzung mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 420 Gramm am Ende eines Jahres pro Bürger. Etwas optimistischer gerechnet, könnten es sogar 480 Gramm sein. Der Unterschied klingt marginal, gerade einmal 60 Gramm. Er gewinnt aber an Bedeutung, wenn man die bisherige Sammelmenge betrachtet – denn schon vor dem Feldversuch konnten die Bürger im Kreis Roth ihr Altfett an den Recyclinghöfen abgeben. Außerhalb der ILE-Gemeinden tun sie das – im Idealfall – noch heute. Die auf diese Weise gesammelte Menge hat laut Landratsamt im Jahr 2017 rund 30 Gramm pro Bürger betragen.

Bayernweit lag das Ergebnis an den Wertstoffhöfen laut Zenk im Jahr 2013 bei 60 Gramm. Mit ein paar Verbesserungen ist es nicht unwahrscheinlich, dass im Pilotgebiet das Zehnfache erreicht wird. Wie Zenk stolz verkündet: “Das Sammelsystem funktioniert.”

Aus gebrauchtem Bratfett oder dem Öl von eingelegten Oliven, auch aus verdorbener oder abgelaufener Butter oder Margarine kann Biokraftstoff hergestellt werden. Während gastronomische Betriebe und die Industrie bereits verpflichtet sind, diese Speisefette – der Fachbegriff lautet UCO (Used Cooking Oil) – zu sammeln und recyceln zu lassen, wird das aus Privathaushalten stammende Material in der Regel nicht verwertet. Das zu ändern, ist das Ziel der Recyclingfirma Lesch, die deshalb ein Pilotprojekt angestoßen hat. Ist es erfolgreich, soll das Sammeln mittel- und langfristig auf Bayern oder gar bundesweit ausgedehnt werden.

In das bayerische – vielmehr mittelfränkische – Pilotprojekt sind mehr als 60000 Bürger in etwa 27000 Haushalten integriert. An 20 Sammelautomaten können die rund 30000 ausgegebenen Sammelbehälter gefüllt abgegeben und gegen leere Behälter getauscht werden. Finanziell gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Projektpartner ist der Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK).

Am Ende muss sich das Ganze natürlich auch für den Anbieter rechnen, der Umweltschutzgedanke reicht nicht aus. Es sei denkbar, Sponsoren zu finden, heißt es bei der Firma Lesch, die sich nicht nur ums Recycling kümmert, sondern auch um die gesamte Logistik. Beispielsweise sorgt sie dafür, dass die Sammelcontainer geleert werden und saubere Behälter zur Verfügung stehen. Doch gibt es an den Automaten auch immer wieder Probleme, teilweise werden sie trotz Beschreibung falsch bedient oder verstopft. Das verursacht Kosten. Eine erste Erkenntnis des Pilotprojekts ist, dass eine Zeichen- und Bildsprache entwickelt werden soll. Erste Aussagen zur Wirtschaftlichkeit des Projekts sollen im Herbst 2019 vorliegen, um eine Entscheidungsgrundlage zur möglichen Ausweitung der Sammlung zu schaffen.