DBU-Jahresbericht: „Altfette wiederverwerten: Jeder Tropfen zählt“

Auch der Jahresbericht der Deutsche Bundesstiftung Umwelt widmet uns eine ganze Seite im Artikel „Altfette wiederverwerten: Jeder Tropfen zählt“ (Seite 26). Danke für die Förderung unseres Projekts zur Haushaltssammlung von Altspeisefetten!

„In puncto Altfettsammlung und -recycling ist die Lesch GmbH & Co. KG aus Thalmässing in Mittelfranken alles andere als eine Unbekannte. Schon seit 1992 betreibt die Firma eine Recyclinganlage, in der Altspeisefette aus Gastronomie und Lebensmittelindustrie gereinigt werden, um von der Treibstoffindustrie für die Biodieselherstellung weiterverarbeitet werden zu können. Sein Know-how dehnt der Mittelständler im Zuge eines Pilotprojekts nun auch auf Privathaushalte aus. Unter dem Titel »Verwendung statt Verschwendung – Sammlung und Nutzung von gebrauchtem Speiseöl aus Privathaushalten« werden ausgewählte Stadtteile von Erlangen und Fürth sowie Teile des Landkreises Roth an der Aktion mitwirken. Hubert Zenk, Projektleiter des Thalmässinger Recyclingunternehmens, sieht nur Gewinner an diesem Vorhaben: Fette und Öle, die nicht gesammelt, sondern in den Ausguss geschüttet werden, verstopfen die Kanalisation und bereiten auch in den kommunalen Kläranlagen Probleme. Altfett ist zudem ein wertvoller Sekundärrohstoff für die Biodieselherstellung und verbessert dessen CO2-Bilanz. Letztlich soll das von der Firma entwickelte und im Projekt praktisch erprobte Konzept die Grundlage für eine bundesweite Verbreitung der Altfettsammlung schaffen. In Deutschland fallen nach Schätzungen jährlich rund 100 000 Tonnen Altspeiseöle und -fette in Privataushalten an, die es wiederzuverwerten gilt: Für das mittelfränkische Unternehmen in Kooperation mit dem Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK) ist das mutmaßlich die solide Basis für ein umweltentlastendes Geschäft. „

DBU-AZ: 34352 

Projektträger: Altfettentsorgung und -recycling Lesch GmbH & Co. KG, Thalmässing 

Projektzeitraum: November 2018 bis März 2020 

In einem Satz: Altspeisefette und -öle aus Privathaushalten werden eingesammelt, um für die Biodieselherstellung recycelt zu werden. 

Den Jahresbericht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt können Sie hier auf der Seite der DBU herunterladen: https://www.dbu.de/doiLanding1562.html

Altfettrecycling in Erlangen kommt gut an

Quelle: Rainer Wich, Erlanger Nachrichten vom 02.07.2019, https://www.nordbayern.de/region/erlangen/altfettrecycling-in-erlangen-kommt-gut-an-1.9059815

Sieben Sammel-Automaten sind im Stadtgebiet verteilt

Unter dem Motto “Jeder Tropfen zählt” werden seit einem halben Jahr in Erlangen gebrauchte Speiseöle gesammelt, um diese anschließend zu Biodiesel zu verarbeiten. Zeit für eine erste Bilanz.

Das Projekt läuft noch bis März 2020. Zeit für eine erste Halbzeitbilanz. Und die fällt durchaus erfreulich aus. “Für uns steht bereits heute fest: Es besteht großes Sammlungspotenzial, wenn man umweltbewussten Haushalten in Deutschland ein modernes Sammelsystem anbietet”, so Hubert Zenk, Projektleiter der Firma Lesch Altfettrecycling GmbH & Co. aus Thalmässing.

“Jeder Tropfen zählt” — mit diesem griffigen Slogan wirbt die Firma für ihre Idee. Es geht schlicht und einfach darum, gebrauchte Speiseöle aus Privathaushalten einzusammeln – das Fett aus der Fritteuse ebenso wie das alte Bratenfett aus der Pfanne oder das Öl aus der Sardinendose.

Neben Erlangen und Fürth sind die Kommunen Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Greding und Thalmässig mit von der Partie. Bisher wurden insgesamt schon über 9 000 Kilogramm gebrauchter Speiseöle in jenen Pilotgemeinden gesammelt. Mit dieser Menge könnte ein Pkw locker viermal um die Erde kurven mit 90 Prozent geringeren CO2-Emissionen.

Sieben Sammel-Automaten wurden im November 2018 in Erlangen aufgestellt. Dort kann man die speziellen Sammelbehälter abgeben und einen leeren gleich wieder mitnehmen. Am häufigsten frequentiert wurde der Automat an der Theodor-Heuss-Anlage. Dort kamen bisher insgesamt 470 Kilogramm zusammen (Fürth, Soldnerstraße: 1234 Kilogramm). Lediglich 160 Kilogramm kamen beim Schlusslicht in der Schenkstraße zusammen.

Apropos “Schlusslicht”: Obschon von der Vorstellung ausgegangen werden konnte, dass in der Hugenottenstadt ein wohl etwas höher entwickeltes Umweltbewusstsein greift, liegen die Sammelmengen doch deutlich unter denen der anderen Kommunen. Grund genug für die Firma Lesch darüber nachzudenken, woran es gelegen haben könnte. Vielleicht fallen dieserorts schlicht geringere Mengen von gebrauchten Speiseölen und Fetten in den Haushalten an? Oder Heimbewohner in den Pilotbezirken haben keine Behälter erhalten. Oder es haperte gar an den etwas schwierigeren Kommunikationswegen im Vergleich zu den eher ländlichen Gegenden. Wie auch immer. In Erlangen waren die gelben Sammelflaschen durchschnittlich mit 0,75 Kilo gefüllt. Anderswo erreichten die Füllstände im Schnitt über 0,8 Kilogramm.

“Fettberge” im Untergrund

Generell ist zu sagen: Die Qualität der abgegebenen Öle und Fette ist “außerordentlich gut”, teilte Hubert Zenk mit. Auch die Akzeptanz der Automaten in der Bevölkerung sei durchaus hoch. Dennoch gibt es einige Wermutstropfen. Denn die Automaten wurden teils falsch bedient und somit verstopft – trotz Beschreibung. Jetzt wird die Firma eine Zeichen- und Bildsprache kreieren, um die nötigen Informationen künftig auch “sprachenunabhängig” zu vermitteln.

Aber das wird nicht alles sein. Für die restliche Laufzeit des Pilotprojekts hat sich die Firma Lesch noch einige Arbeitsschwerpunkte gesetzt – unter anderem aus dem eingeführten Sammelsystem zu lernen, in der Bevölkerung und bei politisch Verantwortlichen noch ein bisschen mehr an Bewusstsein zu schaffen für die Problematik falsch entsorgter Speiseöle. Denn gebrauchte Speiseöle werden bekanntlich von privaten Haushalten meist per Abwasch über die Kanalisation entsorgt und führen dort zu Verschmutzungen und Blockaden. Zuweilen bilden sich im Untergrund auch richtige “Fettberge”, die nur mit reichlich Aufwand und Kosten entfernt werden können. Überdies wird die Firma noch weitere Kontakte aufbauen zu möglichen Projektpartnern – nicht zuletzt aus der Wirtschaft.

“Wir können auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Sammelergebnisse jetzt schon resümieren, dass ein großes Sammlungspotenzial besteht, wenn wir es schaffen, die Bevölkerung für die Sammlung zu begeistern”, so Hubert Zenk.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Ziel ist es, ein Sammelsystem zu entwickeln, das deutschlandweit umgesetzt werden kann. 

Titelbild: Der erste Altfett-Automat ging an der Theodor-Heuss-Anlage in Betrieb.© Klaus-Dieter Schreiter

Immer mehr machen mit – „Jeder Tropfen zählt“ zieht erfolgreiche Halbjahresbilanz

Pressemitteilung: Gelungener Start der innovativen Sammlung von gebrauchten Speiseölen und –fetten aus Privathaushalten in Bayern. 

Insgesamt wurden bereits über 9 Tonnen gebrauchter Speiseöle in den teilnehmenden Pilotkommunen gesammelt. Mit dieser Menge könnte ein PKW viermal um die Erde fahren mit 90 % geringeren CO2-Emissionen! 

Damit werden die für den Pilotzeitraum gesteckten Jahres Zielmengen des Projektes „Jeder Tropfen zählt“ sehr wahrscheinlich übertroffen. Besonders im ländlichen Raum scheinen die Haushalte auf diese Sammlung gewartet zu haben. Sammel-Spitzenreiter sind bisher die Stadt Heideck und der Markt Thalmässing mit hochgerechneten Jahressammelmengen von über ½ kg pro Bürger/in. Durchschnittlich sind die abgegebenen Sammelbehälter dabei mit 0,75 bis 0,83 kg gebrauchten Speiseölen und –fetten gefüllt. 

Hubert Zenk, Projektleiter der Firma Lesch Altfettrecycling dazu: „Für uns steht bereits heute fest. Es besteht großes Sammlungspotential, wenn man umweltbewussten Haushalten in Deutschland ein modernes Sammelsystem anbietet.“ 

Es gebe aber auch noch Verbesserungspotential, so Zenk weiter. Kleinere technische Adaptionen müssten an den Sammelautomaten vorgenommen werden. Auch sollte die Bewerbung des Projektes in Zukunft verbessert werden, insbesondere in großstädtischen Bereichen muss die Kommunikation über Soziale Medien intensiviert werden. 

In das bayerische Pilotprojekt sind über 60.000 Bürger/innen in ca. 27.000 Haushalten integriert. An 20 Sammelautomaten können die ca. 30.000 ausgegebenen Sammelbehälter gefüllt abgegeben und gegen leere Behälter getauscht werden. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Projektpartner ist der Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe e.V. (MVaK). 

Erste Aussagen zur Wirtschaftlichkeit des Projektes sollen im Herbst 2019 vorliegen, um eine Entscheidungsgrundlage zur möglichen Ausweitung der Sammlung innerhalb der Pilotgebiete zu schaffen.