Haushaltssammlung von genutzten Speisefetten und –ölen aus Privathaushalten startet im Juli in Berching und Freystadt

Die Städte Berching und Freystadt werden ab Juli 2021 an dem Nachhaltigkeitsprojekt „Jeder Tropfen zählt“ teilnehmen. 

Mit der Sammlung von Altspeisefetten und –ölen aus Privathaushalten sollen u. a. die öffentlichen Kanal- und Abwassersysteme geschützt und ein wertvoller nachhaltiger Rohstoff zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genutzt werden. Aus den Altfetten und -ölen der Bürgerinnen und Bürger wird Biodiesel mit einer über 90 % besseren CO²-Bilanz als konventioneller Diesel hergestellt. 

Für das Projekt werden an jeden Haushalt in Berching und Freystadt ein 1,2 Liter fassender Sammelbehälter und ein Informationsflyer Mitte/Ende Juli verteilt. Die Behälter sind ansprechend gestaltet, wertig und leicht handhabbar, hitzeresistent und haben eine Füllstandanzeige, sowie eine Beschriftung zur Handhabung und sind sogar mit Blindenschrift versehen. 

Die vollen Behälter können dann an dauerhaft zugänglichen Sammelautomaten abgegeben und direkt gegen leere Behälter ausgetauscht werden. Dadurch können die Haushalte leicht an dem Projekt teilnehmen und mit sammeln. 

Bereits seit Ende 2018 sind schon Sammelautomaten in Teilen Erlangens, Fürths und im Landkreis Roth zu finden. Das Konzept wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Die Sammlungen dort sind sehr erfolgreich und sollen sukzessive auf die gesamten Gebiete ausgeweitet werden.

Finanziert wird dieses Nachhaltigkeitsprojekt in Berching und Freystadt durch den Landkreis Neumarkt, die beiden Städte Berching und Freystadt, sowie die Fa. Huber SE einem ortsansässigen international bedeutenden Unternehmen im Bereich Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und Schlammbehandlung.

Von links nach rechts: Alexander Dorr (1. Bürgermeister der Stadt Freystadt), Hubert Zenk (Geschäftsführer der Jeder Tropfen Zählt GmbH) und Ludwig Eisenreich (1. Bürgermeister der Stadt Berching).

Weitere Informationen zu Sammlung sind unter www.jedertropfenzaehlt.de zu finden.

Presse-Rückfragen an:
Jeder Tropfen Zählt GmbH 
Hubert Zenk
Äußere Nürnberger Str. 1, 91177 Thalmässing
Telefon: 09173-79415519; E-Mail: hubert.zenk@jedertropfenzaehlt.de

Tag der Erde am 22. April: Verwenden statt verschwenden – ein zweites Leben für Speiseöl

Quelle: https://www.dbu.de/123artikel38991_2442.html

Thalmässing. In Deutschland fallen in Privathaushalten jedes Jahr zwischen 65.000 und 140.000 Tonnen Altspeiseöle und -fette an, die nach dem Abgießen von Antipasti oder dem Frittieren von Pommes und Co. meistens über den Ausguss entsorgt werden. Das Problem: So gehen wertvolle Rohstoffe verloren – ein Aspekt, der beim diesjährigen Tag der Erde am 22. April neben anderen Themen eine besondere Rolle spielen dürfte. Denn schließlich lautet das Motto: „Jeder Bissen zählt. Schütze, was Du isst – schütze unsere Erde.“ Die Firma Altfettentsorgung und -recycling Lesch hat hierfür erfolgreich eine Lösung entwickelt: ein Sammelkonzept für Privathaushalte. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Vorhaben fachlich und finanziell mit rund 303.341 Euro gefördert.

Landet das alte Fett in der Kanalisation, gehen nicht nur Sekundärrohstoffe verloren, es lagern sich auch Reste im Abwassersystem ab, die teuer beseitigt werden müssen. „In Deutschland existierte bis dato kein flächendeckendes System, das gebrauchte Speisefette aus Privathaushalten erfasst und recycelt, um sie sinnvoll weiter zu verwerten“, sagt Dr. Susanne Wiese-Willmaring, DBU-Referatsleiterin für Lebensmittel. „Dabei bilden die energiereichen Altfette einen wertvollen Sekundärrohstoff, der sehr gut zu Biokraftstoff verarbeitet werden kann und damit also für eine zusätzliche Nutzung zur Verfügung steht.“

Einfache Handhabung für Verbraucher

Jeder Tropfen Zählt“, die Tochterfirma von Altfettentsorgung und -recycling Lesch, hat diese Herausforderung gemeistert. „Das erprobte Sammelsystem besteht aus zwei Komponenten: einem Mehrwegsammelbehälter für 1,2 Liter genutzte Speiseöle und einem Sammelautomaten, der mit 196 leeren Sammelbehältern bestückt werden kann“, sagt Projektleiter Hubert Zenk. Jeder Haushalt in den drei bayrischen Pilotgemeinden erhielt ein solches Sammelgefäß. Um diese abzugeben, wurden an zentralen Orten Sammelautomaten aufgestellt, die bei Einwurf eines vollen Behälters im Gegenzug ein gereinigtes, leeres Gefäß ausgeben. Zenk: „Wir haben darauf geachtet, dass die Automaten bürgernah aufgestellt wurden, zum Beispiel auf Parkplätzen oder im Eingangsbereich von Supermärkten.“

Akzeptanz der Bürger ist das A & O

Insgesamt sind rund 30.000 Sammelbehälter in Umlauf gebracht worden, die die Bürgerinnen und Bürger an 20 Sammelautomaten tauschen konnten. „Im Verlauf des Projektes wurde deutlich, dass es sinnvoll ist, die Sammelbehälter direkt an die Haushalte zu verteilen, um eine besonders große Sammelmenge zu erreichen“, sagt Zenk. Die positiven Ergebnisse des Pilotprojektes haben nach seinen Worten die Städte Fürth und Erlangen bereits dazu veranlasst, die Sammlung auf das ganze Stadtgebiet auszuweiten. Viele andere Kommunen haben sich inzwischen gemeldet; sie zeigen großes Interesse am System. Zum Ende der Projektlaufzeit wurde das Sammelsystem in eine eigene Tochterfirma, die „Jeder Tropfen zählt GmbH“ überführt, um auf dieser Grundlage die weitere Geschäftsentwicklung voranzubringen.

Ansprechpartner bei Fragen zum Projekt (AZ 34352): 
Hubert Zenk, Tel. +49 9173|79415519

Hilpoltsteiner Kurier: Landkreis lässt sich Zeit bei Vorbildprojekt – „Jeder Tropfen zählt“: In Roth gibt es noch keinen Beschluss über Ausweitung des Fettsammelns

Bild: Das Dreieckige mit rundem Deckelmuss ins Viereckige: In den fünf hiesigen ILE-Gemeinden ist der Fett-Sammelbehälter samt Container bereits bekannt. Im Rest des Landkreises Roth aber lässt die Recyclingmöglichkeit noch auf sich warten. | Foto: Luff

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier vom 09.04.2021, https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Landkreis-laesst-sich-Zeit-bei-Vorbildprojekt

Thalmässing – Erst waren es drei Stadtteile von Erlangen, einer in Fürth und nicht zuletzt natürlich die fünf Kommunen der ILE Jura-Rothsee: Allersberg, Greding, Heideck, Hilpoltstein und Thalmässing. Seit November 2018 können überall dort die Verbraucher ihr altes Speisefett und Speiseöle in kleine, grüne Behälter geben und – wenn diese voll sind – gegen leere Exemplare an Containern eintauschen. Ein Sammelsystem ähnlich dem Altglas hat die Thalmässinger Recyclingfirma Lesch installiert. Den Vorbildcharakter unterstrich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit ihrer Förderung. Von Beginn an war geplant, das anfängliche Pilotprojekt möglichst auszuweiten und im Idealfall die flächendeckende Sammlung zu etablieren. 

Das geschieht auch peu à peu. So wird die Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt ab Mai an dem Projekt „Jeder Tropfen zählt“ teilnehmen, wie Hubert Zenk, der zuständige Projektleiter der Firma Lesch vermeldet. Die Städte Erlangen und Fürth haben eine Ausweitung der Sammlung auf die gesamten Stadtgebiete beschlossen. Die Einführung der Sammelaktion in Baiersdorf sei ein neuerliches Pilotprojekt, sagt Zenk, angelegt auf zwei Jahre. Gewöhnlich sei die Abfallwirtschaft nämlich beim Landkreis angesiedelt, wenn es sich nicht um eine große, kreisfreie Stadt handelt. In dieser gut 8000 Einwohner zählenden Kommune in der Mitte von Nürnberg und Bamberg ist das anders. Und genau das erfordert in der Vertragsgestaltung Besonderheiten. Zenk zufolge hätten auch andere Kommunen Interesse bereits angemeldet. 

Wer in dem Reigen der festen Vertragspartner noch fehlt, ist mit dem Landkreis Roth ausgerechnet der Kreis, aus dem die Idee des Fettsammelns stammt. Geredet wird zwar schon seit fast einem Jahr darüber, die Sammlung auf das gesamte Kreisgebiet auszuweiten, etwas Handfestes geschehen ist aber nicht. Er sei optimistisch, dass es in Roth weitergehe, sagt Zenk. Man arbeite bereits an einem Vertragsentwurf. Allerdings gebe es keinen entsprechenden Beschluss des Kreistags, das mache die Situation „schwierig“. 

Der Projektleiter zeigt Verständnis: „Corona beherrscht derzeit viel“, sagt Hubert Zenk. Eine freiwillige Leistung wie das Sammeln von Fetten und Speiseölen sei da nicht unbedingt ganz vorne auf der Prioritätenliste zu finden. „So etwas ist gewünscht“, sagt Zenk über die politische Großwetterlage im Land. Nicht umsonst sitze die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit im Boot. 

Das Konzept besticht: Aus gebrauchtem Bratfett oder dem Öl von eingelegten Oliven, auch aus abgelaufener oder verdorbener Butter oder Margarine kann Biokraftstoff hergestellt werden. Zudem findet der Stoff in der Kosmetikindustrie Verwendung. 1,2 Liter Altspeisefett – das ist das Volumen eines Sammelbehälters – lassen sich nach Firmenangaben im Verlauf des Upcyclingprozesses zu einem nachhaltigen Biokraftstoff veredeln, mit dem ein Auto rund 20 Kilometer zurücklegen kann. 

Ein weiterer Vorteil kommt vor allem den Kommunen zugute, in deren Abwasserrohre und Kläranlagen das Fett oftmals ankommt, wenn es beispielsweise in flüssiger Form in den Ausguss gekippt wird und danach erkaltet und fest wird. Verstopfte Pumpen und erhöhte Reinigungszyklen der Kläranlagen sind mögliche Folgen. Das aber geht ins Geld. Die Alternative, das Fett etwa in den Wertstoffhöfen des Kreises Roth, dem Kreisbauhof in Abenberg oder verschiedenen Kläranlagen abzugeben, nimmt fast kein Verbraucher wahr. 

Anders bei der aus Thalmässing initiierten Sammelaktion: Im vergangenen Jahr sind fast 29000 Kilogramm Altfett mit der Aktion gesammelt worden – das sind bereits 40 Prozent mehr als noch 2019. Die Testregion Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Greding und Thalmässing komme mittlerweile auf eine Sammelquote von einem halben Liter pro Kopf. „Die Leute nehmen es an“, schlussfolgert Hubert Zenk. Die fleißigsten Sammler im südlichen Landkreis Roth sind im Übrigen die Thalmässinger: Sie schafften 0,57 Liter pro Kopf. 

HK, Volker Luff

Bayern 1 Podcast „Besser Leben“: Frittieröl entsorgen – Wohin mit altem Speiseöl?

Wie entsorgt man altes Frittieröl und Speisefette? Biotonne, Klo oder Restmüll? Der Bayern1 Umweltkommissar erklärt, wie man das Entsorgungsproblem ökologisch löst.

Quelle: Alexander Dallmus, Bayern 1, https://www.br.de/radio/bayern1/frittieroel-entsorgen-100.html

Alte Speisefette und -öle aus dem privaten Haushalt sind meist ein Gemisch aus tierischen und pflanzlichen Fetten. Das bisschen Bratfett aus der Pfanne lässt sich noch mit einem Küchentuch auswischen, wer allerdings regelmäßig frittiert oder etwa auch Konserven mit in Öl eingelegten Gemüsen kauft, bei dem fällt schnell etwas mehr an. Das Problem hat auch BAYERN 1 Hörerin Gertraud Modlmaier aus Fürstenfeldbruck. Sie isst gerne Antipasti aus dem Glas und am Ende weiß sie nicht so recht, wohin mit dem übriggebliebenen Öl. 

Auf gar keinen Fall sollten Sie altes Pflanzenöl oder andere, nicht mehr zu verarbeitenden Fette, im Ausguss oder über die Toilette entsorgen (Was darf nicht in die Toilette: Darf ich Haushaltspapier im Klo entsorgen?). Darüber freuen sich nur professionelle Rohrreiniger, die dann für teures Geld Ihren Abfluss wieder freimachen – und Ratten! Ja, denn die so entstehenden Ablagerungen im Kanal dienen als Nahrungsquelle für allerlei Ungeziefer. Aber zu viel Fett und Öl setzt nicht nur den Rohren zu, sondern auch den Kläranlagen – wo es für Arbeit sorgt und die Betriebskosten der Anlage erhöht:

„Es entsteht nämlich zum Beispiel der sogenannte ‚Blähschlamm‘. Dieser Schlamm in der Kläranlage schwimmt auf dem Wasser und sinkt nicht, wie der normale Klärschlamm, auf den Boden des Klärbeckens ab. Es ist ein erhöhter Betriebsaufwand erforderlich, diesen Schlamm zu behandeln.“

Martin Meier, Leiter Kreislaufwirtschaft vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg

Dabei gibt es viel bessere Wege, Speisefette und -öle im Haushalt zu entsorgen. Unter Umständen eignen sie sich sogar noch zur Herstellung von Kosmetika und Reinigungsmitteln. In jedem Fall haben sie ein hohes Energiepotenzial. Tierische und pflanzlichen Fette sowie Speiseöle sind energiereich und lassen sich bei getrennter Sammlung gut stofflich oder energetisch verwerten. 

Wohin mit altem Frittieröl?

Natürlich lassen sich auch Ölreste aus Gläsern mit eingelegten Oliven oder Gemüse eventuell nochmal für ein Salatdressing verwenden, aber oft fällt so viel an, dass es mit der „Zweitverwertung“ schwierig wird. Größere Mengen, zum Beispiel aus der Fritteuse, können immerhin zusammen mit dem Restmüll in Müllverbrennungsanlagen noch energetisch genutzt werden. „Als Behältnisse bieten sich aber beispielsweise auch leere Einweg-Kunststoffflaschen an“, schlägt Martin Meier vom LfU vor. „Die Restmülltonne ist bei flüssigen Fetten oder Ölen auf jeden Fall der bessere Weg.“ Ob Speiseöle und Fette eventuell auch in die Biotonne gegeben werden können, regeln die Abfallsatzungen der jeweilig zuständigen Kommunen in Bayern. 

Was ist ÖLI? 

Über 70 Landkreise und kreisfreie Städte bieten mittlerweile eine Entsorgung über ein Tauschsystem an den Wertstoffhöfen an. Dem Landesamt für Umwelt in Augsburg werden mittlerweile immerhin 1.000 Tonnen pro Jahr für ganz Bayern gemeldet. Die ÖLI-Initiative gibt es jedoch nur im südlichen und östlichen Bayern. 

Dahinter steckt eine Arbeitsgemeinschaft, die „ARGE Energie & Treibstoff aus Fett – Bayern“, mit Sitz in Oberding, die auch in Österreich und Südtirol Speisefette sammelt und verwertet. In Bayern wird das über den privaten Entsorger „Berndt GmbH“ abgewickelt, der sich auf die Aufbereitung und Wiederverwertung von Speiseresten und tierischen Nebenprodukten spezialisiert hat. 

Im Landkreis Erding gibt’s die ÖLI-Initiative schon lange, sagt Andreas Neumaier, Leiter Abfallwirtschaft: „Wir haben 2007 an zwölf Recyclinghöfen mit einem Testbetrieb begonnen. Das ist relativ gut angekommen bei den Leuten und seit knapp zehn Jahren haben wir das an allen Recyclinghöfen im Landkreis Erding.“ 5.600 gelbe ÖLI-Eimer werden allein im Landkreis Erding ausgegeben. Etwa ein Viertel aller Haushalte sind dabei. Jährlich fallen 13 Tonnen alte Speisefette und –öle allein im Landkreis Erding an. „Man zahlt den einmaligen Pfandbetrag von einem Euro. In jedem Rathaus oder bei uns im Landratsamt bekommt man einen leeren Eimer“, erklärt Andreas Neumaier das Tauschsystem, „drei Liter passen da rein. Den kann man voll an jedem Recyclinghof zurückgeben und bekommt dafür wieder einen leeren Eimer zurück.“ Der Eimer wird dann am Wertstoffhof abgeholt, geleert und gereinigt, kann also im System immer wieder verwendet werden. Wer den ÖLI-Eimer nicht mehr braucht, bekommt den Euro wieder zurück.

Was mache ich, wenn ich keine ÖLI-Initiative im Landkreis habe?

Wer auch gerne ein ähnliches System bei sich im Landkreis haben möchte, kann mal nachhaken. Üblicherweise beim Referat in der Kommune oder im Landratsamt, das für die Abfallentsorgung zuständig ist und das die Wertstoffhöfe betreibt. „An die kann man diese Idee herantragen,“ sagt Martin Meier vom LfU in Augsburg, „letztendlich muss dann der Landrat oder der Bürgermeister das mitentscheiden und mittragen.“

Pflanzenöl und Speisefett-Sammelinitiative: „Jeder Tropfen zählt!“

Auch in Mittelfranken wird derzeit (schon weit fortgeschritten) die Sammelinitiative „Jeder Tropfen zählt!“ getestet. Das Pilotprojekt läuft in etwa 60.0000 Haushalten von acht ausgewählten Kommunen: 

„Momentan sammeln wir im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Nachhaltigkeitsprojektes in Stadtteilen von Erlangen und Fürth. Sowie in unserem Heimat-Landkreis Roth. Die Perspektive ist aber wirklich gut für die Zukunft. In Thalmässing sitzt nämlich auch die Firma Altfettrecycling Lesch, die mit ihrer Recycling-Anlage Speisefette und Speiseöl entsprechend aufbereitet.“

Geschäftsführer Hubert Zenk, Sammelinitiative ‚Jeder Tropfen zählt!‘ MIttelfranken

Bei „Jeder Tropfen zählt!“ wird altes Pflanzenöl und Speisefett nicht über die Wertstoffhöfe, sondern über Sammelstationen wieder in den Kreislauf geholt. Die sind hellgrün und stehen – strategisch günstig – meist in der Nähe von Supermärkten oder Wertstoffinseln. „Diese Sammelstationen sind – und das ist ein Kernelement der Sammlung – rund um die Uhr zugänglich“, sagt Hubert Zenk, „wir haben also keine Abhängigkeit von irgendwelchen Öffnungszeiten. Wir müssen keinen Umweg machen, um wieder diese Fette abzugeben und neue Leer-Behälter zu bekommen.“ Es ist also ganz einfach, mitzumachen. Gesammelt wird in 1,2 Liter grünen Pfandflaschen, die dann an den Sammelstationen zurückgegeben und gegen eine leere ausgetauscht werden können. „Jeder Tropfen zählt!“ hat auch bereits Kontakt zu anderen kommunalen Trägern in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg. Langfristig ist geplant, die Initiative weiter auszubauen. 

Website der Sammelinitiative jedertropfenzaehlt.de

Wofür werden alte Speisefette wiederverwertet?

Alter Frittieröl leistet in Biogasanlagen gute Dienste.

In Biogasanlagen oder auch Faultürmen von Bio-Kläranlagen können diese alten Speisefette sehr gut stofflich verwertet werden. Aber natürlich auch in Anlagen zur Herstellung von Bio-Heizstoffen oder -Kraftstoffen, sagt Martin Meier vom LfU: „Es gibt aber auch die Möglichkeit der stofflichen Verwertung in Anlagen zur Herstellung von Biokraftstoff oder Bio-Heizstoffen.“ Auch ein direkter Einsatz in als Blockheizkraftwerk ausgelegten Motoren, mit Stromerzeugung und möglichst umfassender Wärmenutzung, ist möglich. 

Auch bei „Jeder Tropfen zählt!“ legt man Wert auf eine regionale und damit auch ökologisch sinnvolle Verwertung: „Bei uns gehen die Öle vor allem an die mittelständische Biodieselindustrie, vorwiegend in Süddeutschland“, sagt „Jeder Tropfen zählt!“-Geschäftsführer Hubert Zenk. „Das wirklich Besondere an diesem Biodiesel aus genutzten Speiseölen ist die Reduzierung unserer Treibhausgasmissionen. Denn durch die Doppelnutzung dieses Rohstoffs in der Pfanne als erstes und dann im Tank erreichen wir im Vergleich zu herkömmlichem Diesel eine um über 90 Prozent bessere CO2-Bilanz. Und diesen Rohstoff müssen wir natürlich unbedingt nutzen.“ Der schöne Nebeneffekt: Dieses alte Pflanzenöl kann dann das umstrittene Palmöl ersetzen, welches sehr oft in unserem Biodiesel drin ist.

Weiterführende Links und Quellen zur Entsorgung von Frittieröl

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Abfallratgeber Bayern

Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Entwicklung von Instrumenten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen (pdf)

Ifeu-Institut Heidelberg und Öko-Institut Darmstadt: Stoffstrommanagement von Biomasseabfällen mit dem Ziel der Optimierung der Verwertung organischer Abfälle (pdf)

Öli: oeli.bayern.de