Fürth: Altfettsammlung wird ausgedehnt

Wie geschmiert läuft die Altölsammlung auf der Hardhöhe. Die vielen Haushalte in der Umgebung und die große Unterstützung – unter anderem durch Soldnerschüler beim Verteilen der Sammelflaschen – haben zum Erfolg beigetragen. Foto: Hans-Joachim Winckler

FÜRTH – 3,7 Tonnen altes Fett und Öl aus Privatküchen haben 8545 Bewohner der Hardhöhe innerhalb eines Jahres zum Recycling für Biodiesel gesammelt.

Die gute Resonanz auf das von der Bundesstiftung Umwelt geförderte Pilotprojekt der Firma Lesch aus Thalmässing ermutigt die Stadt, die Sammlung nach dem Auslaufen der Förderung im März nächsten Jahres auszudehnen.

Die Zahl der Sammelcontainer soll die nach den Worten von Projektentwickler Hubert Zenk von bislang vier auf 20 bis 22 erhöht werden. Gemeinsam mit der städtischen Abfallwirtschaft entwickelt das Recyclingunternehmen jetzt ein Erweiterungskonzept. Vier bis sechs Monate, schätzt Zenk, wird die Vorbereitung dauern.

Weil das Recycling von kleinen Haushaltsmengen im Gegensatz zur Großsammlung in der Gastronomie laut Zenk nicht kostendeckend ist, muss die Kommune nach dem Wegfall der Bundesförderung für die Finanzierung über die Abfallgebühren sorgen. Allerdings werden Abwasserkanäle und Kläranlage von Verunreinigungen durch Fett im Abwasch verschont, die teure Wartungsarbeiten zur Folge haben.

Dass sich die Sammlung als Beitrag zum Umweltschutz lohnt, steht für den Projektentwickler fest. Rund 450 Gramm Altfett sind im ersten Versuchsjahr durchschnittlich pro Kopf des Teilnehmerkreises zusammengekommen. “An Wertstoffhöfen werden pro Anlieferer jährlich nur etwa 60 Gramm abgegeben”, sagt Zenk. Übertrumpft wurde Fürth bislang nur von Thalmässing, wo die Firma Lesch ihren Heimvorteil nutzen konnte und durchschnittlich 500 Gramm Altfett je Projektteilnehmer gesammelt hat.

Am Pilotprojekt beteiligt sind außerdem die Stadt Erlangen sowie die Rother Landkreisgemeinden Heideck, Hiltpoltstein, Allersberg und Greding. Alle zusammen haben seit Ende November 2018 über 19 Tonnen Altfett dem Recycling zugeführt. Im Durchschnitt waren es 350 Gramm pro Teilnehmer.

Möglichkeiten einer Versuchsausweitung werden derzeit auch für Erlangen und den Fürther Landkreis ausgelotet, sagt Zenk. Im Landkreis ist, wie berichtet, bereits Interesse an einer Projektteilnahme laut geworden. Die Förderrichtlinien sahen jedoch nur die Beteiligung eines Landkreises vor.

Fürth wird auf jeden Fall Vorreiter bei der Verstetigung der Altfettsammlung sein. Und die bisherigen Erfahrungen in der Kleeblattstadt haben zudem gezeigt, dass es nicht so sehr auf die Anzahl der Sammelcontainer ankommt, als vielmehr auf die günstige Lauflage und eine möglichst augenfällige Werbung für das Angebot. Während der Container in der Soldnerstraße gut frequentiert war, entwickelte sich die Sammlung am Scherbsgrabenbad nur schleppend.

Die mit Sensoren, Funk und Alarmanlagen ausgestatteten Sammelcontainer melden automatisch den Füllstand und Funktionsstörungen an das Recyclingunternehmen. Dieses setzt dann den Entleer- oder Reparaturservice in Gang. Bislang ist es zu keinen größeren Ausfällen gekommen. Auch Vandalismus ist Fehlanzeige. Wohl aber werden immer wieder fremde Behälter mit altem Speisefett vor Containern abgestellt.

Diese aber nehmen nur spezielle Sammelflaschen aus Kunststoff an, die zuvor an die Teilnehmer des Pilotprojekts verteilt worden sind. Beim Einwurf einer vollen Flasche wird eine leere ausgegeben. 1,2 Liter fassen die mit Schraubverschluss versehenen Sammelflaschen. Neben altem Braten- und Frittierfett kann man hier auch das Öl eingelegter Lebensmittel wie Antipasti einfüllen. Verunreinigungen werden beim Recycling wieder herausgefiltert.

Bewährt hat sich das Projekt auch nach Einschätzung der Stadt Fürth. Es fördere die Kreislaufwirtschaft, indem wertvolle Sekundärrohstoffe wieder in den Produktkreislauf zurückgeführt würden. Ähnliche Sammelsysteme gibt es bereits in anderen Ländern wie Spanien und Österreich, aber auch in Südbayern.

Quelle: Fürther Nachrichten vom 11.12.2019
https://www.nordbayern.de/region/fuerth/altfettsammlung-wird-ausgedehnt-1.9615697

Neue Altfettsammlung in Fürth läuft wie geschmiert

Grasgrüne Sammelboxen – hier an der Soldnerstraße – stehen zur Aufnahme der in 4500 ausgewählten Privathaushalten auf der Hardhöhe gefüllten Kunststoffbehälter bereit. Bei jedem Einwurf wird ein neuer leerer Behälter ausgegeben.
Foto: Foto: Hans-Joachim Winckler

Das Pilotprojekt ist gut gestartet — Recyclingfirma lobt Wettbewerb aus 

Quelle: Nordbayern.de: http://www.nordbayern.de/region/fuerth/neue-altfettsammlung-in-furth-lauft-wie-geschmiert-1.8430201

FÜRTH – Neuland hat Fürth Ende November mit dem versuchsweisen Einstieg in die Altfettsammlung aus Privathaushalten betreten. Das Pilotprojekt auf der Hardhöhe stößt auf gute Resonanz, wie jetzt die ersten Erfahrungen zeigen.

Noch immer landet das Öl von Fischkonserven und Antipasti in heimischen Küchen ebenso wie die Fettreste aus der Bratpfanne im Abwasch. Später sorgt die klebrige Masse dann in Kanälen und Kläranlagen oft für Verstopfungen, die nur mit erheblichem Aufwand wieder beseitigt werden können.

Eine teure Verschwendung, kann man aus den Speiseresten doch problemlos Biodiesel gewinnen. In der Gastronomie hat sich die Fettverwertung längst durchgesetzt. Jetzt treibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt das private Recycling mit der Förderung des Modellprojekts voran. Neben Fürth sind daran noch Erlangen, Greding, Allersberg, Thalmässing, Hilpoltstein und Heideck im Landkreis Roth beteiligt.

Das Recyclingunternehmen Lesch aus Thalmässing hat den bis März 2020 laufenden Großversuch auf die Beine gestellt. In den beteiligten Kommunen wurden raffinierte Sammelcontainer aufgestellt, die nicht nur beim Einwurf eines gefüllten Altfettbehältern einen neuen leeren Behälter ausspucken, sondern auch bei der Firma Lesch Alarm schlagen, wenn etwas nicht richtig funktioniert oder das Depot bald gefüllt ist. 

Beim Verteilen der 1,2 Liter fassenden Sammelflaschen aus Kunststoff nebst Informationen an 4500 Haushalte auf der Hardhöhe haben Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Soldnerstraße im Rahmen eines Umweltprojekts mit angepackt. Bislang hat Versuchsorganisator Hubert Zenk von der Firma Lesch fast nur Zustimmung erfahren. Wie berichtet, zeigt auch der Fürther Landkreis Interesse an einer Teilnahme. “Leider sieht das Pilotprojekt nur die Teilnahme eines Landkreises vor”, sagt Zenk.

Ein Kicker als Prämie 

Die erste Ladung gefüllter Sammelbehälter hat er bereits aus einem Fürther Container zur Biodiesel-Aufbereitung durch einen Fachbetrieb geholt. Noch mehr Recycling-Leidenschaft entwickeln nach Zenks Worten allerdings die Versuchsteilnehmer am Firmensitz in Thalmässing. Um die Lust am Altfettsammeln weiter zu befeuern, hat das Unternehmen nun einen Sammelwettbewerb im Landkreis Roth ausgelobt. Die Kommune, die bis 15. Januar die größte Altfettmenge zusammenbringt, gewinnt ein wetterfestes Tischfußballspiel zum Aufstellen in einer öffentlichen Einrichtung.

Mitte Januar soll im gesamten Sammlungsgebiet dann auch erstmals Zwischenbilanz gezogen werden. Die Daten werden im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ausgewertet. Seine Bewährungsprobe hat auch das funkgesteuerte Alarmsystem bereits bestanden. Zenk: “Es war eine Fehlermeldung. Ich konnte das Problem vor Ort schnell lösen”.

Vandalismus an den Automaten sei bislang Fehlanzeige. Vier Sammelcontainer sind in Fürth aufgestellt worden. Außer in der Soldnerstraße bei der U-Bahn-Endhaltestelle am Scherbsgrabenbad, beim Achalas-Wäldchen und in der Philipp-Reis-Straße. Nur ganz vereinzelt sei man beim Verteilen der Sammelflaschen auf Ablehnung gestoßen. Im gesamten Versuchsgebiet sind über 60 000 Menschen an dem Modellversuch beteiligt.

Sauber muss das gesammelte Öl und Fett übrigens nicht sein. Verunreinigungen werden beim Recycling herausgefiltert. Verwendet wird der Biodiesel beispielsweise in der Landwirtschaft. Auf mindestens 100 000 Tonnen im Jahr wird die mögliche Sammelmenge in Deutschland geschätzt. Das Pilotprojekt soll hier bahnbrechend wirken. 

Fürth als Vorreiter: Küchenfett wird zu Bio-Diesel

So sehen die Sammelautomaten aus, die an mehreren Stellen im Westen Fürths stehen. Foto: Privat

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 20.11.2018: http://www.nordbayern.de/region/fuerth/furth-als-vorreiter-kuchenfett-wird-zu-bio-diesel-1.8324578?searched=true

FÜRTH – “Jeder Tropfen zählt”, lautet das Motto eines regionalen Pilotprojekts zur Speiseölsammlung aus Privathaushalten für die Biodieselproduktion. Los geht es in dieser Woche in Fürth.

Während Speisefette aus Gaststätten schon lange zur Wiederverwertung als Biodiesel gesammelt werden, ist das private Recycling noch unterentwickelt. Wie berichtet, will die in Thalmässing ansässige Firma Lesch diese Lücke schließen. Erfolgreich hat sich das Recyclingunternehmen bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt um eine Modellprojektförderung beworben.

In Fürth rannte Altfett-Lesch mit dem Vorstoß offene Türen ein. Schon im Mai signalisierte der städtische Umweltausschuss dem Vorhaben grünes Licht. Um das Pilotprojekt breiter aufzustellen, wurden jedoch zunächst noch weitere Partner gesucht. Mit im Boot sind nun auch Erlangen, Greding, Allersberg, Thalmässing, Hilpoltstein und Heideck.

Nach einer Auftaktveranstaltung mit politischer Prominenz in Thalmässing sollen heute vier Sammelautomaten in Fürth aufgestellt werden: am Scherbsgrabenbad, am Achalas-Wäldchen, an der U-Bahn-Endhaltestelle Hardhöhe und in der Philipp-Reis-Straße. Hier hinein können die mit altem Speiseöl gefüllten Kunststoffflaschen geworfen werden, die in den nächsten Tagen von Schülern der Mittelschule Soldnerstraße im Rahmen eines Umweltprojekts an 4500 Haushalte verteilt werden. Die fest verschlossenen Sammelcontainer sind mit einem Mechanismus ausgestattet, der beim Einwurf einer vollen Flasche wieder eine leere ausgibt. So wird die kontinuierliche Sammlung sichergestellt.

Entlastung für Kanäle

Das Öl eingelegter Lebensmittel kann man ebenso in die 1,2 Liter fassenden Flaschen füllen wie das Bratfett aus der Pfanne. Es muss nicht einmal besonders sauber sein, weil Verunreinigungen bei der Aufbereitung zu Kraftstoff herausgefiltert werden.

Bernhard Maid von der Fürther Abfallwirtschaft stellt die neue Altölsammelflasche vor. Foto: Scherer
Bernhard Maid von der Fürther Abfallwirtschaft stellt die neue Altölsammelflasche vor. Foto: Scherer

Der Füllstand der Sammelcontainer wird mit Sensoren ermittelt und über Funk an das Recyclingunternehmen gemeldet, damit es die Boxen rechtzeitig leert. Bislang landet Altöl aus Privatküchen über den Abwasch größtenteils in Kanälen und Kläranlagen. Hier verursacht es Blockaden, die nur mit großem Aufwand beseitigt werden können. Indem man die Kanalisation entlastet, könnten laut Studien 70 Millionen Euro Wartungskosten gespart werden. Die potenzielle Sammlungsmenge wird in Deutschland auf mindestens 100 000 Tonnen im Jahr geschätzt.

In Erlangen soll das Projekt am 28. November anlaufen, in den fünf Kommunen des Landkreises Roth am 3. Dezember. Der von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wissenschaftlich begleitete Modellversuch geht bis März 2020. Über 60 000 Bürgerinnen und Bürger werden jetzt angeschlossen. Sollte das Projekt einschlagen, ist an eine zügige Ausweitung des Sammelgebiets gedacht. Als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der SPD-Mittelfranken hofft der Fürther Carsten Träger, dass das Modell aus Mittelfranken deutschlandweit Schule machen kann.